Umfrage
Widerstand gegen staatliche Regulierung schwindet

Nur noch etwas weniger als ein drittel der Schweizer Bevölkerung steht staatlicher Regulierung kritisch gegenüber. Vor nur vier Jahren lag ihr Anteil noch bei 42 Prozent.

Drucken
Teilen
Am meisten Zustimmung findet staatliche Regulierung, wenn es um den Finanzplatz geht. (Symbolbild)

Am meisten Zustimmung findet staatliche Regulierung, wenn es um den Finanzplatz geht. (Symbolbild)

Keystone

In der Schweizer Bevölkerung wächst die Zustimmung zu Regulierungen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Zürich, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Der Anteil jener, die sich eine höhere Regulierungsdichte wünschen, hat sich in den letzten vier Jahren von zehn auf zwanzig Prozent verdoppelt, so der Befund der Autoren Thomas Widmer und Thomas Milic. Vor allem in linken Kreisen ertöne der Ruf nach mehr Regulierung stärker als bei der letzten Untersuchung 2016.

Demgegenüber ist der Teil der der Bevölkerung, der staatlichen Regulierungen kritisch gegenübersteht, stark gesunken: 2016 waren es noch 42 Prozent, 2020 nur noch 31 Prozent. Dabei möchten die Befragten lieber andere regulieren lassen als selbst reguliert werden: «Nirgendwo fordern die Befragten einen stärkeren Regulierungsabbau als in der eigenen Branche, umgekehrt wird für Branchen, die nicht das eigene Arbeitsumfeld betreffen, öfter nach einer höheren Regulierungsdichte gerufen», sagt Co-Autor Thomas Widmer laut Mitteilung.

Am populärsten seien Regulierungsforderungen in Bezug auf die Finanzbranche und den Gesundheitsschutz. Auch wünsche sich das Stimmvolk zugleich mehr Regulierung und weniger Bürokratie. «Eine mögliche Lösung für diesen Widerspruch könnte eine ‹smarte Regulierung› sein, bei der sehr gezielt und mit geringeren Folgekosten staatlich interveniert wird», so Widmer.

Für die Studie haben die Forschenden im März und April dieses Jahres 2350 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in der Deutschschweiz und in der Romandie befragt. (wap)

Aktuelle Nachrichten