Testkäufe
Während der Pandemie gab es mehr illegale Alkohol-Verkäufe an Jugendliche

Testkäufe zeigen, dass 2020 mehr Alkohol illegal an Jugendliche verkauft wurde. Sucht Schweiz plädiert daher für ID-Scanner, welche die Arbeit des Verkaufspersonals erleichtern sollen.

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Zweiergruppen von Buben wurden bei den Testkäufen öfters kontrolliert als zwei Mädchen. (Symbolbild)

Zweiergruppen von Buben wurden bei den Testkäufen öfters kontrolliert als zwei Mädchen. (Symbolbild)

Keystone

Die Organisation Sucht Schweiz hat 6040 Alkoholtestverkäufe mit Jugendlichen aus dem Jahr 2020 ausgewertet. Diese zeigen, dass in 29,1 Prozent der Fälle illegal Alkohol an Jugendliche verkauft wurde. Dies entspricht einer Zunahme um rund neun Prozent gegenüber 2019, wie das nationale Kompetenzzentrum im Suchtbereich am Dienstag mitteilt.

In nur knapp drei von vier Fällen hat das Verkaufs- oder Servicepersonal eine Alterskontrolle bei den Jugendlichen durchgeführt – im Gegensatz zu 81,7 Prozent im Vorjahr. Weiter zeigt die Auswertung, dass 2020 Zweiergruppen von Mädchen erneut weniger kontrolliert wurden als Zweiergruppen von Buben. Zudem erhielten laut Mitteilung allein einkaufende Mädchen öfters Alkohol als Buben, die allein einkauften.

Ungeduldige Kunden bedrängen das Verkaufspersonal

Am besten schnitten bei den Kontrollen die Tankstellen ab: Hier wurde lediglich in 15 Prozent der Fälle Alkohol illegal verkauft. Am höchsten war die Verkaufsrate in Bars mit 43,4 Prozent.

Sucht Schweiz nimmt das Verkaufspersonal allerdings teilweise in Schutz. Dieses sei besonders bei grossem Andrang oder bei Veranstaltungen überfordert. Zudem würden Mitarbeitende oft von ungeduldigen Kunden unter Druck gesetzt. Daher fordert das Kompetenzzentrum neben flächendeckenden Schulungen auch technische Hilfsmittel. Scanner könnten etwa die Identitätskarte lesen und dem Verkaufspersonal gleich anzeigen, ob Alkohol verkauft werden darf. (dpo)

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