Task-Force-Chef zu den Coronafallzahlen: «Das erste Etappenziel ist erreicht»

Laut der Wissenschafts-Task-Force hat die Schweiz das erste Etappenziel zur Senkung der Coronafallzahlen erreicht. Für die Experten des Bundes ist das aber noch kein Grund zur Entspannung.

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«Die Schweiz muss die Fallzahlen weiter senken», sagte Task-Force-Chef Martin Ackermann am Dienstag vor den Medien in Bern.

«Die Schweiz muss die Fallzahlen weiter senken», sagte Task-Force-Chef Martin Ackermann am Dienstag vor den Medien in Bern.

Keystone

(agl) Das Ziel der Wissenschafts-Task-Force des Bundes ist klar: Die Neuinfektionen in der Schweiz alle zwei Wochen zu halbieren. Task-Force-Chef Martin Ackermann nannte den Weg dorthin eine «Tour de Suisse». Nun konnte er am Montag vor den Medien in Bern verkünden: «Das erste Etappenziel ist erreicht.» Aktuell werde die sogenannte Reproduktionszahl R auf durchschnittlich 0,78 geschätzt. Dies bedeutet, dass 100 infizierte Personen noch 78 weitere anstecken.

Bleibt diese Zahl konstant, werden sich die Fallzahlen laut Ackermann weiterhin alle zwei Wochen halbieren. Das ist laut dem Task-Force-Chef auch dringend nötig, um «eine Art Sicherheitspolster» für den Winter zu schaffen. Auch der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri betonte vor den Medien, «dass wir uns jetzt nicht ausruhen dürfen». Stagnierende Fallzahlen seien «kein Grund zur Entspannung», so Hauri.

«Das Virus wird zu wenig gesucht»

Komme es jetzt wieder zu einem Anstieg, kämen Contact Tracing und Spitäler wieder rasch an ihre Grenzen. Dies dürfe nicht passieren, so Hinblick. Dies nicht zuletzt mit Blick auf Unfälle im Strassenverkehr oder im Wintersport.

Um die Fallzahlen weiter zu senken, müsse jetzt unbedingt mehr getestet werden, sagte Kantonsarztpräsident Rudolf Hauri weiter. «Wir stellen eindeutig fest, dass das Virus zu wenig gesucht wird.» Die weiterhin hohe Positivitätsrate bei den Tests deute darauf hin, dass es noch viele nicht erfasste Infektionen in der Schweiz gebe. «Scheuen Sie den Test nicht», appellierte der Zuger Kantonsarzt an die Bevölkerung.

Logistik und Verteilung der Impfung wird abgeklärt

Aktuell bereiten die Behörden zudem die Einführung der Coronaimpfung in der Schweiz vor. Laut Rudolf Hauri müssen dazu die Logistik, Verteilung und Abgabe der Impfung geklärt werden. Es gehe auch um die Frage, ob in gewissen Zentren, dezentral via Hausärzte und Apotheken oder in einer Mischform geimpft werden soll.

«Realistischerweise brauchen wir für die Impfung noch Zeit», ergänzte Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Man wolle in dem Bereich keine falschen Hoffnungen wecken. Vor Januar werde die Schweiz wohl noch keine Impfung haben, so Masserey. Was die Feiertage um Weihnachten und Silvester betrifft, sei das BAG aktuell dabei, praktische Empfehlungen zu erarbeiten.