Tag des Alters
Gewalt im Alter: Pro Senectute fordert mehr Betreuung und Unterstützung

Gemäss Zahlen des Bundes werden heute rund doppelt so viele Fälle von Gewalt und Missbrauch im Alter gemeldet als vor zehn Jahren. Pro Senectute fordert nun mehr Geld für die Betreuung.

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Laut Pro Senectute widerfährt fast einem Drittel der Pensionierten der Schweiz «in irgend einer Form» Gewalt.

Laut Pro Senectute widerfährt fast einem Drittel der Pensionierten der Schweiz «in irgend einer Form» Gewalt.

ho/Pro Senectute

Rund eine halbe Million Menschen im Pensionsalter sei von Gewalt und Missbrauch betroffen, schreibt die Pro Senectute in einer Mitteilung zum Tag des Alters am Freitag. Die Zahl der zur Anzeige gebrachten Fälle von Gewalt und Missbrauch an älteren Menschen habe sich in der Schweiz in den letzten zehn Jahren verdoppelt, wobei nur ein Bruchteil der Delikte überhaupt zur Anklage gelange. Pro Senectute geht davon aus, dass fast jede dritte Person im Pensionsalter «in irgend einer Form» von Gewalt und Missbrauch betroffen gewesen sei.

In eine Appell fordert Pro Senectute deshalb vom Bund mehr Engagement für die Pflege zu Hause. Dieser komme bei der Prävention von Gewalt eine Schlüsselrolle zu, heisst es in der Mitteilung. «Mit gezielter Unterstützung kann zudem einer Überlastung des betreuenden privaten Umfelds entgegenwirkt werden», wird Pro-Senectute-Direktor Alain Huber zitiert.

Konkret geht es um Geld für zusätzliche Betreuung durch ausgebildetes Personal. Die Betreuungsleistungen zu Hause seien im Gegensatz zur eigentlichen Pflege nicht durch die Grundversicherung der Krankenkasse abgedeckt. Für Personen mit geringen finanziellen Mitteln sei dies ein Risiko. Es brauche eine politische Lösung, um die Kosten solcher Dienstleistungen abzudecken, so die Forderung der Pro Senectute. (wap)

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