Studie
Katholische Kirche lässt sexuelle Missbräuche wissenschaftlich aufarbeiten

Die katholische Kirche hat der Universität Zürich den Auftrag erteilt, die Geschichte der sexuellen Ausbeutung im Umfeld der Kirche aufzuarbeiten. Das Forschungsprojekt soll nächstes Jahr starten.

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Die katholische Kirche will eine wissenschaftliche Studie zu ihrer Geschichte des sexuellen Missbrauchs erarbeiten lassen.

Die katholische Kirche will eine wissenschaftliche Studie zu ihrer Geschichte des sexuellen Missbrauchs erarbeiten lassen.

Keystone

Die katholische Kirche will Klarheit über die sexuellen Missbräuche in ihrem eigenen Umfeld. Dazu hat sie mit der Universität Zürich einen Forschungsvertrag abgeschlossen, wie einer Mitteilung vom Montag zu entnehmen ist. Unterzeichnet haben die Mitteilung die Schweizer Bischofskonferenz, die Konferenz der Vereinigung der Orden und weitere Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens und römisch-katholische Zentralkonferenz der Schweiz.

«Unzählige Menschen» hätten im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen im Umfeld der Kirche Leid erlitten, heisst es in der Mitteilung. «Eine wissenschaftliche Aufarbeitung ist in erster Linie den Opfern geschuldet – auch um daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen.» Konkret soll die Studie «die Rahmenbedingungen einer historischen Aufarbeitung sexueller Ausbeutung im kirchlichen Umfeld seit der Mitte des 20. Jahrhunderts evaluieren».

Der Vertrag mit dem Historischen Seminar der Universität Zürich wurde gemäss Mitteilung bereits im November unterzeichnet. Die Kirche selbst bezeichnet ihn als «wichtige Etappe auf dem Weg zur Aufarbeitung». Die Projektleitung übernehmen werden die Historikerinnen Monika Dommann und Marietta Meier. Im März 2022 sollen sie zusammen mit einem Team die Arbeiten aufnehmen. Die Medien sollen erst nach Abschluss der Studie wieder informiert werden. Die Auftraggeberinnen würden danach über «weiterführende Schritte» befinden. (gb)

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