Strafverfolgung
Parlament zieht Schlussstrich unter Affäre Lauber: Blättler erzielt Glanzresultat

Nach langer Suche hat die Gerichtskommission einen Nachfolger für Ex-Bundesanwalt Michael Lauber gefunden. Erleichtert schien auch das Parlament. Es wählte Stefan Blättler mit einem Glanzresultat zum höchsten Strafermittler des Landes.

Reto Wattenhofer
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Stefan Blättler soll gemäss dem Wunsch der Gerichtskommission neuer Bundesanwalt werden.

Stefan Blättler soll gemäss dem Wunsch der Gerichtskommission neuer Bundesanwalt werden.

Keystone

Der bisherige Bundesanwalt Michael Lauber musste im August 2020 sein Amt unter öffentlichem Druck niederlegen. Dies in Zusammenhang mit den umstrittenen, nicht protokollierten Treffen mit Fifa-Präsident Gianni Infantino. Seither ist es der Gerichtskommission des Parlaments in mehreren Ausschreibungsrunden nicht gelungen, die Position neu zu besetzen.

Nun schlug die Kommission einstimmig Stefan Blättler als künftigen Bundesanwalt vor. Im Rahmen eines externen Evaluationsverfahrens und einem zweistufigen Anhörungsverfahren seien rund ein Dutzend Bewerbungen geprüft worden. Die Gerichtskommission sei zum Schluss gekommen, dass Blättler alle Qualitäten aufweise, die es heute für dieses Amt brauche, argumentiert die Kommission. Auch verfüge er über die erforderlichen persönlichen Fähigkeiten für die Leitung der Bundesanwaltschaft.

Definitives Ende der Affäre Lauber

Das sah am Mittwoch auch die Vereinigte Bundesversammlung so. Sie wählte Blättler mit 206 von 208 gültigen Stimmen bis 2023 zum neuen Bundesanwalt. Mit dem Entscheid dürfte wieder etwas Ruhe in die oberste Strafverfolgungsbehörde einkehren. Die Affäre Lauber hatte in den letzten Jahren für viel Wirbel gesorgt. Das Bundesverwaltungsgericht urteilte, Lauber habe «mit seinem Verhalten und seinen Äusserungen dem Ansehen der Bundesanwaltschaft» geschadet. Nach diesem harten Verdikt reichte Lauber seinen Rücktritt ein.

Nun übernimmt ein frisches Gesicht die Geschicke der Behörde. Stefan Blättler ist promovierter Jurist und lehrt am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Bern. Seit 2006 leitet der 62-Jährige die Berner Kantonspolizei. Im März gab er bekannt, per Ende Jahr als Kommandant abzutreten.

Das Parlament hatte kürzlich beschlossen, die Altersschwelle für die Bundesanwaltschaft auf 68 Jahre anzuheben. Bis jetzt dürfen Bundesanwälte nicht älter als 65 Jahre sein. Dies schränkte auch die Suche nach Kandidaten für die Nachfolge des zurückgetretenen Bundesanwalts Michael Lauber ein.

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