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ETH-Studie zeigt: Diskriminierung bei der Jobsuche hängt auch von der Tageszeit ab

Auf Schweizer Online-Jobbörsen haben ausländische Kandidaten weniger Chancen, kontaktiert zu werden. Zudem zeigt eine ETH-Studie: Die Diskriminierung hängt mitunter von der Tageszeit ab.

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ETH-Forschende haben über zehn Monate Daten einer Job-Plattform untersucht. Nun liegt die Auswertung vor. (Symbolbild)

ETH-Forschende haben über zehn Monate Daten einer Job-Plattform untersucht. Nun liegt die Auswertung vor. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Forschende der ETH Zürich und deren Konjunkturforschungsstelle (KOF) haben untersucht, ob es auf Online-Stellenbörsen zu Diskriminierung kommt. Wie die KOF am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt, basiert die Studie auf Daten von Job-Room, einer der grössten Rekrutierungsplattformen der Schweiz. Während rund zehn Monaten analysierte dabei das Forschungsteam, welche Kandidatinnen und Kandidaten Rekrutierende kennenlernen wollen und nach welchen Kriterien diese auswählen.

Dabei hat sich laut der Mitteilung gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit ausländischer Bewerber, kontaktiert zu werden, im Schnitt 6,5 Prozent geringer ist als bei Schweizern mit sonst identischen Voraussetzungen.

Männer und Frauen werden benachteiligt

Das Forscherteam konnte zudem aufzeigen, dass die ausländische Herkunft gegen Mittag und Abend einen stärkeren negativen Einfluss auf die Auswahl hat. «Dann, wenn die Rekrutierenden die Lebensläufe schneller durchgehen», schreibt die KOF dazu.

Bei der Analyse der Daten hat sich laut den Forschenden zudem herausgestellt, dass beide Geschlechter von Diskriminierung betroffen sind. So werden bei gleicher Qualifikation Frauen in typischen Männerberufen und Männer in typischen Frauenberufen diskriminiert. Die Studienergebnisse der ETH werden am Mittwoch in der Fachzeitschrift «Nature» publiziert.