Statistik
Schweizer Bevölkerung wächst auf 8,7 Millionen – Todesfälle nahmen wegen Corona zu

Die Wohnbevölkerung der Schweiz ist 2020 um 0,7 Prozent gewachsen. Dafür gab es wegen der Coronapandemie mehr Todesfälle als im Vorjahr. Vor allem bei Personen über 65 Jahren verzeichnete das Bundesamtes für Statistik (BFS) eine Übersterblichkeit.

Dario Pollice
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2020 ist die Schweizer Bevölkerung um 61'100 Personen gewachsen. (Symbolbild)

2020 ist die Schweizer Bevölkerung um 61'100 Personen gewachsen. (Symbolbild)

Keystone

Per Ende 2020 umfasste die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz 8'667'100 Personen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen leichten Anstieg um 0,7 Prozent oder 61'100 Personen, wie die am Dienstag veröffentlichte Statistik der Bevölkerung und Haushalte des BFS zeigt. Dabei handle es sich um provisorische Zahlen, präzisiert das Bundesamt. Nach 2018 und 2019 gehöre das Bevölkerungswachstum von 2020 erneut zu einem der schwächsten des letzten Jahrzehnts.

Im vergangenen Jahr sind hierzulande 76'000 Menschen gestorben, also 8200 Personen oder 12,1 Prozent mehr als 2019. Dies sei vor allem auf die Coronapandemie zurückzuführen. Die Anzahl der Todesfälle erhöhte sich bei den Männern im Vergleich zu 2019 stärker als bei den Frauen (+14,6 Prozent gegenüber +9,9 Prozent), heisst es. Vor allem bei Personen ab 65 Jahren zeigte sich ein Anstieg der Todesfälle, nämlich von 59'400 auf 66'900 (+12,7 Prozent).

Insbesondere während der ersten und zweiten Pandemiewelle fällt bei Personen über 65 Jahren eine Übersterblichkeit auf. Vom 16. März bis zum 19. April 2020 sind in dieser Altersgruppe rund 1500 Personen (26 Prozent) mehr als erwartet gestorben, schreibt das BFS. In der zweiten Welle von Woche 43 bis Woche 53 kam es zu einer weiteren Übersterblichkeit bei Personen über 65 Jahren. So seien rund 7300 Personen (56 Prozent) mehr als erwartet in dieser Altersgruppe gestorben.

Geburtenüberschuss auf tiefsten Niveau seit 2004

Parallel zum Anstieg der Todesfälle ging die Anzahl der Geburten von 86'200 auf 85'500 zurück (-0,8 Prozent). Allerdings lassen sich die möglichen Auswirkungen der Coronapandemie auf die Geburten noch nicht abschliessend feststellen, schreibt das BFS. Der Geburtenüberschuss, also die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen, belief sich 2020 auf 9500 Personen gegenüber 18'400 im Vorjahr. Damit liegt der Geburtenüberschuss laut BFS auf dem tiefsten Niveau seit 2004.

Einen Rückgang verzeichneten die Statistiker des Bundes sowohl bei den Ein- als auch bei den Auswanderungen. 2020 sind 163'000 Personen eingewandert, während 106'500 Personen ausgewandert sind. Das entspreche einer Abnahme um 3,9 respektive 15,6 Prozent. Darüber hinaus meldet das BFS, dass 2020 weniger Ehen geschlossen (-10,4 Prozent), aber auch weniger Scheidungen (-4,7 Prozent) gesprochen wurden. Dieser Rückgang hänge vermutlich mit der Coronapandemie zusammen.