Sprachpolitik
Die Kantone Zürich und Waadt wollen mehr Schülerinnen und Schüler austauschen

Gemeinsame Themenlager und neue Impulse für bestehende Austauschprogramme: Mit einer interkantonalen Absichtserklärung wollen die beiden Kantone Sprachaustausche fördern.

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Offen für junge Zürcherinnen und Zürcher: Die Waadtländer Bildungsdirektorin Cesla Amarelle mit Schülern.

Offen für junge Zürcherinnen und Zürcher: Die Waadtländer Bildungsdirektorin Cesla Amarelle mit Schülern.

Keystone

Mit geeigneten Rahmenbedingungen soll der Austausch über den Röstigraben intensiviert werden, schreiben die Kantone Zürich und Waadt am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung. Ziel sei es, dass jeder junge Mensch während der Schulausbildung oder beim Übergang ins Berufsleben mindestens einmal an einem mittel- oder langfristigen Sprachaustausch teilnehmen könne, wird die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) zitiert.

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, soll in einem nächsten Schritt eine Arbeitsgruppe mit Vertretern beider Kanton eingesetzt werden. Angedacht sind zudem thematisch gestaltete Lager, die Schülerinnen und Schülern aus beiden Kantonen offenstehen. Auch bereits bestehende Austauschprojekte sollen neue Impulse erhalten. Diese Absichtserklärung sei «ein Zeichen unserer gemeinsamen Entschlossenheit, günstige Bedingungen für einen verstärkten Sprachaustausch zwischen Schülerinnen und Schülern sowie Lernenden zu schaffen», wir die Waadtländer Bildungsdirektorin Cesla Amarelle (SP) zitiert.

Der Austausch zwischen den Sprachregionen ist in der Schweiz relativ selten geworden, wie eine jüngst veröffentlichte Studie zeigt. So nahmen im Schuljahr 2018/2019 nur noch 4,4 Prozent von mehr 23'000 untersuchten Klassen ein Sprachbad in einem anderssprachigen Landesteil. Nicht immer beteiligten sich dabei alle Kinder einer Klasse daran, sodass am Ende nur 3,2 Prozent (oder rund 25'500) Schülerinnen und Schüler davon profitierten. Auf der Stufe Primarschule findet laut der Erhebung zudem praktisch kein Sprachaustausch statt (1,3 Prozent aller Klassen). Auf der Sekundarstufe sind es immerhin 10,8 Prozent. (wap)

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