Gesundheit
Spital Heiden wird wegen finanziellen Schwierigkeiten geschlossen

Das Spital Heiden im Kanton Appenzell Ausserrhoden wird per Ende Jahr geschlossen. 130 Mitarbeitende verlieren voraussichtlich ihre Stelle.

Merken
Drucken
Teilen
Das Spital Heiden wird Ende Jahr geschlossen.

Das Spital Heiden wird Ende Jahr geschlossen.

Bild: Benjamin Manser

(rw/agl) Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) ist in einer kritischen Lage. Trotz zahlreicher Optimierungen und erheblicher Einsparungen sei es in den letzten Jahren nicht gelungen, die Wirtschaftlichkeit zu steigern, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung des Kantons und des SVAR. Die Bettenbelegung im Spital Heiden sei konstant zu tief gewesen. Nach sorgfältiger Abwägung hat der Verwaltungsrat deshalb die Schliessung des Spitals per Ende Jahr beim Regierungsrat beantragt. Der SVAR will sich auf das Spital Herisau und das Psychiatrische Zentrum in Herisau konzentrieren.

180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von der Spitalschliessung in Heiden betroffen. 130 Personen verlieren voraussichtlich ihre Stelle. Die Betroffenen würden bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle unterstützt und es werde ein Sozialplan ausgearbeitet. Sämtliche Lernenden könnten ihre im Spital Heiden begonnene Ausbildung an einem der beiden Herisauer Standorte des Spitalverbunds weiterführen und abschliessen.

Versorgung der Bevölkerung nicht gefährdet

Auch wenn das Spital Heiden Ende Jahr geschlossen wird: Die Grundversorgung der Ausserrhoder Bevölkerung sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet, versichert die Regierung. Alle Angebote des Spitals Heiden werden nach dessen Schliessung auch weiterhin im Spital Herisau angeboten. Der Rettungsdienst ist zudem von der Spitalschliessung ausgenommen; er bleibt in Heiden stationiert.

Die finanziellen Probleme des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden sind nicht neu. Er hat in den vergangenen Jahren versucht, seine Kosten zu reduzieren. Dies sei gelungen – trotz des seit Jahren stärker werdenden wirtschaftlichen Drucks auf die Spitäler. Regierung und Verwaltungsrat nennen die bekannten Entwicklungen - mehr ambulante Eingriffe, nicht kostendeckende Tarife, fortschreitende Spezialisierung.

Im Pandemiejahr 2020 schrieb der SVAR ein Defizit von 7,2 Millionen Franken – und dies, obwohl ihm der Kanton unter die Arme griff. Es ist klar: Der Spitalverbund wird auch mit der Spitalschliessung in Heiden seine Finanzprobleme nicht über Nacht überwinden. Dies dürfte noch einige Zeit dauern.