Soziale Medien
Über die Hälfte der 16- bis 19-Jährigen trifft mehrmals pro Woche auf Hass im Internet

Hatespeech – Hassrede im Internet – ist unter Jugendlichen stark verbreitet. Mädchen sind öfters betroffen als Knaben. Wobei junge Männer den Hass vielleicht öfters nicht als solchen wahrnehmen.

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Beim Scrollen in sozialen Netzwerken und auf Informationsplattformen stossen Jugendliche immer wieder auf Hasskommentare.

Beim Scrollen in sozialen Netzwerken und auf Informationsplattformen stossen Jugendliche immer wieder auf Hasskommentare.

Keystone

Das Internet birgt für Jugendliche grosse Herausforderungen. Über die Hälfte der 16- bis 19-Jährigen begegnet im Internet mehrmals pro Woche Hasskommentaren. Bei den 12- bis 13-Jährigen ist es ein Drittel, der öfters auf Hasskommentare trifft. Dies zeigt eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) im Auftrag der Swisscom, die am Montag veröffentlicht wurde.

Am häufigsten beziehen sich die Hasskommentare auf das Aussehen. Weitere Angriffsflächen sind die sexuelle Orientierung, die Herkunft und die Hautfarbe. Dies geht aus den Antworten der knapp 1000 befragten Jugendlichen aus der ganzen Schweiz hervor.

Knaben sprechen weniger über Gefühle und Hass

Die Autorinnen und Autoren der Studie stellten beim Phänomen grosse Unterschiede zwischen den Geschlechtern fest. Mädchen gaben tendenziell häufiger zu Protokoll, auf Hassrede zu treffen als Knaben. «Es ist jedoch schwierig zu beurteilen, ob Mädchen sich tatsächlich häufiger mit solchen Meldungen konfrontiert sehen oder ob es unterschiedliche Wahrnehmungen darüber gibt, was überhaupt als Hassrede empfunden wird», wird Medienpsychologin Céline Külling in einer Mitteilung der Hochschule zitiert.

Zudem empfinden Mädchen den Hass tendenziell stärker als Knaben. Drei Viertel gaben an, dass sie der Hass traurig mache oder entsetze. Bei den Knaben machten zwei Fünftel diese Aussage. Hier könnte jedoch die Sozialisierung der Knaben den Unterschied erklären: Es sei nach wie vor weniger üblich für Männer, über ihre Gefühle zu sprechen, heisst es in der Mitteilung zur Studie. Das Rollenbild des starken, dominanten Mannes könnte demnach dazu führen, dass Knaben weniger über ihr emotionales Befinden berichten, heisst es weiter.

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