Sommersession
Nationalrat will Berufspiloten länger fliegen lassen

Der Nationalrat will eine eine nationale Berufspilotenlizenz mit Höchstalter von 65 ausarbeiten lassen. Der Bundesrat warnt vor Problemen mit der EU.

Merken
Drucken
Teilen
Gerade Helikopterfirmen würden unter der Einschränkung leiden, meinte ein Nationalrat. (Symbolbild)

Gerade Helikopterfirmen würden unter der Einschränkung leiden, meinte ein Nationalrat. (Symbolbild)

Keystone

Berufspiloten sollen länger im Cockpit bleiben dürfen. Der Nationalrat hat eine Motion der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) gutgeheissen. Diese will eine nationale Berufspilotenlizenz schaffen, die es Pilotinnen und Piloten ermöglichen würde, bis zum 65. Altersjahr zu arbeiten. Das Problem dabei: Das verstösst gegen das Luftverkehrsabkommen mit der EU. Und wie Bundesrätin Simonetta Sommaruga betonte, gehe es derzeit um zehn Personen, die von dieser Ausnahmebewilligung profitieren würden.

Beide Bedenken beeindruckten den Nationalrat am Donnerstag nicht sonderlich. Mit 107 zu 73 Stimmen überwies die grosse Kammer die Motion. Sommaruga hatte zuvor erfolglos versucht dies abzuwenden. Untersagt sei Berufspiloten und Berufspilotinnen einzig, die gewerbsmässige Beförderung von Personen und Gütern in einem Einzel-Cockpit. «Dagegen dürfen sämtliche Piloten bis 65 Jahre uneingeschränkt Rettungsflüge und Arbeitsflüge mit eigenem Personal durchführen», so Sommaruga.

Für Kommissionssprecher Philipp Matthias Bregy (Die Mitte/VS) geht es hier dagegen um ein faktisches Arbeitsverbot für die Piloten über 60. Gerade Helikopterfirmen hätten ein Problem damit. Er selber könnte sich vorstellen, sagte er auf Nachfrage im Parlament, dass das Höchstalter für Piloten noch weiter heraufgesetzt werde, wenn medizinisch nichts dagegen spräche. Ob die Motion wirklich zum Fliegen kommt, wird sich im Ständerat zeigen. Dieser muss sich nun ebenfalls damit beschäftigen. (mg)