Solothurn
Nach 28 Jahren tritt Kurt Fluri ab: FDP verliert Stadtpräsidium an SP

Der amtsälteste Stadtpräsident der Schweiz tritt ab. Und die Partei von Kurt Fluri (FDP) verliert auch gleich das Stadtpräsidium in Solothurn. Die Siegerinnen im zweiten Wahlgang heissen: Stefanie Ingold und SP.

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Folgt in Solothurn auf Kurt Fluri (FDP): Die neue Stadtpräsidentin Stefanie Ingold (SP).

Folgt in Solothurn auf Kurt Fluri (FDP): Die neue Stadtpräsidentin Stefanie Ingold (SP).

Simon Von Gunten

Im ersten Wahlgang am 13. Juni betrug der Vorsprung 47 Stimmen. Gut drei Monate später, nach dem zweiten Wahlgang vom Sonntag, gewinnt Stefanie Ingold erneut die Ausmarchung gegen Markus Schüpbach (FDP). Diesmal liegt die SP-Frau allerdings 280 Stimmen voraus. Damit steht in Solothurn erstmals eine Frau an der Spitze der Stadt. Und das Präsidium der 17'000-Einwohner-Stadt wechselt von der FDP zur SP. Die Stimmbeteiligung bei der Stapi-Wahl lag bei 63,6 Prozent und damit leicht höher als beim ersten Wahlgang.

Einer der ersten Gratulanten der neuen Stadtpräsidentin war der abtretende Stapi Kurt Fluri. Stefanie Ingold freute sich in ersten Reaktionen ausgelassen mit Anhängerinnen und Anhängern in der Altstadt von Solothurn.

Amtsältester Stapi der Schweiz tritt ab

Der 65-jährige Kurt Fluri gilt als amtsältester Stadtpräsident der Schweiz. Genaue Zahlen dazu gibt es zwar nicht. Beim Schweizerischen Städteverband, den der FDP-Nationalrat als eines von vielen Nebenämtern seit Jahren ebenfalls präsidiert, wertete Direktorin Renate Amstutz die lange Amtsdauer ihres Präsidenten im Juni «sicher als Seltenheit». Klar ist nur: Mit Maxime Zuber, dem ehemaligen Stapi von Moutier, ist ein weiterer langjähriger Schweizer Stadtpräsident der jüngeren Zeit bereits 2016 nach 22 Jahren abgetreten.

Beim Städteverband sind Präsidium wie auch die Vorstandssitze an ein Mandat in der Exekutive gebunden. Kurt Fluri wird darum laut Direktorin Amstutz spätestens im Sommer 2022 zurücktreten müssen. (sat)

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