«Social Pass»
Nach Mängel bei Tracing-App: Betreiber setzen fast alle Empfehlungen um

Die Betreiber der Contact-Tracing-App «Social Pass» haben die Empfehlungen des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten mehrheitlich umgesetzt. Dieser hatte zuvor zahlreiche Mängel bei der App festgestellt.

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Mit der App «Social Pass» können Restaurants die Kontaktdaten der Gäste via QR-Code erfassen. (Symbolbild)

Mit der App «Social Pass» können Restaurants die Kontaktdaten der Gäste via QR-Code erfassen. (Symbolbild)

Britta Gut/CHM

Die App «Social Pass» kommt in der ganzen Schweiz zum Einsatz. Damit können Restaurants und Bars die Kontaktdaten ihrer Gäste erfassen. Doch der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte hat der App zuvor mangelnde Datensicherheit attestiert und eine Sachverhaltsabklärung eröffnet.

Nun liegt der Schlussbericht von Adrian Lobsiger vor. Dieser enthält zehn Empfehlungen, welche die Betreiber der App mehrheitlich angenommen und umgesetzt haben, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.

Zugriff auf «nahezu beliebige» personenbezogenen Daten

Der Bericht hält fest, dass der Datenschutzbeauftragte bei der Contact-Tracing-App «zahlreiche Mängel» festgestellt habe. So hatten die Betreiber von «Social Pass» den Behörden im Wallis und in der Waadt direkten Zugriff auf «nahezu beliebige» personenbezogenen Daten gegeben. Dies verstosse gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip.

Die Betreiber hätten diese Mängel anfangs noch bestritten, mittlerweile aber anerkannt und laut eigenen Angaben behoben. Allerdings will der Datenschutzbeauftragte dies «im Rahmen von Nachkontrollen» noch überprüfen, heisst es.

Empfehlungen erst teilweise umgesetzt

Weitere Empfehlungen von Adrian Lobsiger betrafen etwa die Vollständigkeit der Informationen gegenüber den Benutzern oder den Export von Telefonnummern in die USA im Rahmen der Nummernverifizierung. Diese hätten die Betreiber jedoch «nur teilweise anerkannt und erst teilweise umgesetzt». Auch hier behält sich der Datenschutzbeauftragte vor, Nachkontrollen durchzuführen.

Adrian Lobsiger hält im Bericht abschliessend fest, dass sich die Sachverhaltsabklärung als ungewöhnlich langwierig und zäh erwiesen habe. Es sei wichtig gewesen, die Bevölkerung rechtzeitig über die Datenrisiken zu informieren, vor allem da sich auf den Sommer hin eine Wiedereröffnung der Restaurants abzeichnete. (dpo)

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