SCHWEIZERISCHE BISCHOFSKONFERENZ
Fonds für Opfer sexueller Übergriffe: 140 Personen erhielten Beiträge

Seit 2016 besteht der Fonds für die Opfer von verjährten sexuellen Übergriffen im kirchlichen Umfeld. Die Schweizerische Bischofskonferenz hat die Vereinbarung nun um weitere fünf Jahre verlängert.

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2016 führte die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) eine Buss- und Gedenkfeier für die Opfer sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld durch.

2016 führte die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) eine Buss- und Gedenkfeier für die Opfer sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld durch.

Keystone

Die katholische Kirche hat so einige schwarze Kapitel in ihrer über zweitausend-jährigen Geschichte. Ein besonders bedrückendes ist das der sexuellen Übergriffe. Entsprechend gross war das Aufsehen, als die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) 2016 einen Fonds errichtet hat, aus dem Opfer von verjährten Übergriffen eine Genugtuung für erlittenes Unrecht erhalten konnten.

Wie die SBK nun am Freitag mitteilt, wurden seit Errichtung des Fonds Genugtuungsbeiträge an rund 140 Opfer bezahlt. Zudem hat die Bischofskonferenz die Vereinbarung um weitere fünf Jahre verlängert. In den letzten Monaten habe eine Arbeitsgruppe die Überarbeitung der Richtlinien in Angriff genommen, heisst es.

Anträge auch von staatlich anerkannten Opferhilfestellen

Demnach können neu auch staatlich anerkannte Opferhilfestellen sowie gleichwertige Instanzen Anträge an den Fonds einreichen. Bislang war das den Diözesanen Fachgremien und der Westschweizer Analufstelle CECAR (Commission d’Écoute, de Conciliation, d’Arbitrage et de Réparation) vorenthalten.

Zudem soll gemäss den neuen Richtlinien die Höhe des Beitrags nicht mehr in erster Linie von der Schwere der erlittenen sexualisierten Gewalt abhängig sein. Neu soll dieser primär unter Berücksichtigung der gesundheitlichen, familiären, beruflichen und sozialen Folgen für das Opfer festgelegt werden, heisst es. Der Maximalbetrag bleibt indes gleich hoch: Opfer von verjährten sexuellen Übergriffen erhalten Genugtuungsbeiträge von höchstens 20‘000 Franken. (dpo)