Schweiz Tourismus
Das laufende Tourismus-Jahr wird zum schlechtesten aller Zeiten

Der Schweizer Tourismus leidet weiter unter der Coronapandemie. Schweiz Tourismus geht davon aus, dass die erhoffte gute Sommersaison ausbleibt. Das laufende Jahr wird so schlecht wie nie.

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Schweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger geht davon aus, dass das laufende Tourismus-Jahr das schlechteste aller Zeiten wird.

Schweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger geht davon aus, dass das laufende Tourismus-Jahr das schlechteste aller Zeiten wird.

Keystone

Schweiz Tourismus zeichnet ein düsteres Bild für den Schweizer Tourismus. Im Interview mit der «SonntagsZeitung» sagte Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, dass das laufende Jahr gemessen an den Hotelübernachtungen voraussichtlich nochmals fünf Prozent schlechter abschneiden wird als 2020. «Das ist keine gute Nachricht, denn 2020 war das schlimmste Jahr der Geschichte», sagte er.

Grund für den Einbruch sei aber nicht die laufende Sommersaison, sondern die schlechte letzte Wintersaison. Für den Sommer rechnet Nydegger mit einem leichten Plus gegenüber dem Vorjahr – obwohl sie bis zu 10 Prozent weniger Schweizer Gäste hätten, da diese vermehrt ins Ausland reisen. «Allerdings spüren wir gleichzeitig, dass wieder mehr Gäste aus dem Ausland zu uns kommen. Sie kompensieren den Einbruch bei den Schweizern.» Trotzdem: «Einen sehr guten Sommer wird es nicht geben», betonte Nydegger.

Generell geht der Direktor von Schweiz Tourismus davon aus, dass sich der Schweizer Tourismus noch länger nicht vollständig erholen wird. Zwar werde sich der Freizeittourismus in einigen Jahren erholt haben, doch der Geschäftstourismus werde nie mehr so stark sein wie vor der Pandemie. «Darum wird es noch Jahrzehnte dauern, bis sich der Schweizer Tourismus vollständig von Corona erholt hat.»

Nur noch geimpft in Schweizer Hotels?

Kritisch ist Nydegger auch bezüglich Impfquote. Er könne nicht verstehen, dass sich so viele Leute gegen die Impfung sperren. «Wenn wir noch lange bei diesen schwachen Impfquoten hängen bleiben, dann kommen wir nie aus diesem Drama heraus.» Er führe die Debatte in der Tourismusbranche sehr intensiv und versuche, die Touristiker so gut es geht vom Impfen zu überzeugen – ein Beitrag, damit es der Branche wieder besser geht.

Er glaubt zwar nicht, dass Schweizer Hotels künftig flächendeckend nur geimpfte Gäste zulassen. Allerdings weiss er von Hotels in Graubünden, im Wallis und in der Zentralschweiz, die sich das überlegen. «Der Anstoss kam von Gästen, die sagten, sie würden sich wohler fühlen, wenn alle Mitarbeiter und alle Gäste geimpft wären.» (abi)

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