Schwarzenbach-prozess
Dolder-Besitzer zu Busse von sechs Millionen Franken verurteilt

Der Kunstsammler und Hotelbesitzer Urs Schwarzenbach soll über 80 Kunstwerke ohne Verzollung in die Schweiz eingeführt haben. Nun hat ihn das Bezirksgericht Zürich verurteilt.

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Der Zürcher Bezirksgericht hat den Kunstsammler Urs Schwarzenbach zu einer Busse von 6 Millionen Franken verurteilt. (Archivbild)

Der Zürcher Bezirksgericht hat den Kunstsammler Urs Schwarzenbach zu einer Busse von 6 Millionen Franken verurteilt. (Archivbild)

(dpo) Konkret hat das Gericht den Kunstsammler und Besitzer des Zürcher Luxushotels Dolder wegen mehrfacher Steuerhinterziehung in 75 Fällen für schuldig befunden. Urs Schwarzenbach hat laut dem am Dienstag veröffentlichten Urteil zwischen 2008 und 2013 über 80 Kunstwerke mit einem Einfuhrsteuerwert von über 11 Millionen Franken in die Schweiz eingeführt, ohne diese zu verzollen.

Dabei sah es das Gericht als erwiesen an, dass Schwarzenbach «wissentlich und willentlich» die Kunstwerke mittels dem sogenannten Verlagerungsverfahren und mit Hilfe einer Zürcher Galerie importiert hatte, um so die Einfuhrsteuer zu umgehen. Der involvierte Galerist wurde laut Mitteilung zu einer Busse von einer Million Franken verurteilt. Ein Anwalt, der bei der Planung der unrechtmässigen Einfuhren ebenfalls geholfen haben soll, wurde mit einer Busse von 500'000 Franken bestraft.

Das Urteil ist gemäss Mitteilung des Bezirksgerichts nicht rechtskräftig und kann noch beim Obergericht des Kantons Zürich angefochten werden.

Bereits zuvor ist der Hotelier und Kunstsammler vor dem Bundesgericht abgeblitzt, etwa im Dezember 2020, als dieses eine Beschwerde Schwarzenbachs abgewiesen hat. Damit bestätigte das Gericht in Lausanne, dass Schwarzenbach der Zolldirektion 11 Millionen an Einfuhrsteuern und 2,5 Millionen Zinsen schuldet.