Rettungsaktion
Fast 300 Personen aus Afghanistan sind in der Schweiz gelandet

Der Talibanvormarsch in Afghanistan führt zu einer grossen Evakuierungsaktion der Schweizer Behörden. 15 Schweizerinnen und Schweizer sind weiter in Afghanistan – und wollen dort auch bleiben.

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Aussenminister Ignazio Cassis vor den Medien in Bern.

Aussenminister Ignazio Cassis vor den Medien in Bern.

Keystone

292 Personen mit Bezug zur Schweiz sind in Sicherheit. Dies teilte Bundesrat Ignazio Cassis am Dienstag vor den Medien in Bern mit. Dabei handelt es sich zu einem Grossteil um lokale Mitarbeiter in Afghanistan und ihre Kernfamilien. «Noch 15 Schweizer Bürger befinden sich nach unserem Kenntnisstand in Afghanistan», sagte Cassis. Sie seien auch über Ausreisemöglichkeiten informiert worden, hätten diese aber ausgeschlagen.

Er sei erleichtert, dass einer der grössten Schweizer Evakuierungseinsätze nun «fast beendet» sei, sagte Cassis. Weitere Charterflüge aus der Schweiz seien derzeit nicht geplant. Zwar befinden sich weiterhin Personen mit Schweizer Bezug am Flughafen in Kabul, diese sollen aber nicht mittels einem organisierten Grosstransport in die Schweiz gebracht werden.

Auch ein Konvoi durch Kabul

Die evakuierten Personen würden im Rahmen des Resettlement-Programms aufgenommen und dementsprechend sofort einen Flüchtlingsstatus erhalten. Selbstverständlich würden aber die Personen geprüft. «Bei den meisten von ihnen handelt es sich um lokale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen», so Cassis, diese seien bereits früher auf allfällige Verflechtungen mit den Taliban geprüft worden. Während eine Vielzahl von ihnen selbstständig an den Kabuler Flughafen gelangen konnte, habe es auch einen Konvoi in Zusammenarbeit mit Partnerländer gegeben. Dabei seien auch Schweizer Einsatzkräfte vor Ort involviert gewesen.

Nun hoffe die Schweiz auf eine Entspannung der Lage und bietet sich als Vermittlerin an. «Wir stehen immer bereit gute Dienste zu leisten», so Bundesrat Cassis. Dazu gehören auch mögliche Gespräche mit den Taliban, wie er zuvor in einem TV-Interview sagte. Die Lage im Land sei prekär und die Schweiz habe ihre Sorge über die Angriffe auf Menschenrechtler auch an einer Konferenz in Genf zum Ausdruck gebracht. «Wir fordern alle Akteure auf, insbesondere die Rechte von Frauen und Mädchen zu wahren und zu schützen», so Cassis weiter. (mg)

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