Preisvergleich
Warum die AHV Haushalten mehr Geld bringt als die «3. Säule» – und was das mit einer 13. AHV-Auszahlung zu tun hat

Der Gewerkschaftsbund unterlegt seine Forderung nach einer 13. AHV-Rente mit Zahlen: Nach seinen Berechnungen profitiert die Mehrheit viel stärker von der AHV als von der privaten Vorsorge.

Peter Walthard, Dario Pollice
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Setzt ganz auf die AHV: SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard bei der Übergabe der Initiative für eine 13. AHV-Rente in Bern.

Setzt ganz auf die AHV: SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard bei der Übergabe der Initiative für eine 13. AHV-Rente in Bern.

Keystone

Will eine durchschnittliche Familie aus ihrer privaten Vorsorge den gleichen Betrag beziehen, wie sie bei ihrer AHV-Rente bekommt, dann muss sie vorher monatlich 790 Franken mehr einbezahlen. Das ist das Resultat eines Preis-Leistungsvergleichs des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB). Laut der am Dienstag vorgestellten Gewerkschaftsstudie ist die AHV für 90 Prozent der Familien günstiger als eine 3. Säule.

Dabei seien die Unterschiede zwischen den zwei Finanzierungsmodellen auf das ganze Erwerbsleben gerechnet erheblich. «Wenig überraschend ist die AHV für Menschen mit niedrigeren Einkommen vorteilhaft», sagt der SGB-Ökonom Daniel Lampart an einer Medienkonferenz. Werde die Altersrente über die AHV aufgestockt statt über die 3. Säule, spare eine Verkäuferin mit Medianlohn über 270'000 Franken, ein Ehepaar mit mittlerem Einkommen 400'000 Franken.

Daniel Lampart räumt zwar ein: «Die gegenwärtigen Zinsszenarien schlagen sich zuungunsten der privaten Vorsorge aus.» Deshalb habe der Gewerkschaftsbund ein Alternativszenario berechnet, in dem sich das Zinsniveau besser entwickelt, als es der Markt heute erwartet. Zudem entwickle sich der risikolose Zins im Szenario gleich wie das Lohnwachstum. Die Resultate bleiben gemäss SGB trotzdem eindeutig: Auch bei einer optimistischeren Zinsentwicklung sei die AHV für über 80 Prozent der Einkommensklassen günstiger als die private Vorsorge.

Linke und bürgerliche Initiativen wollen AHV reformieren

Wenn Arbeitnehmende künftig einen grösseren Teil ihrer Altersvorsorge über die 3. Säule finanzieren müssten, käme sie dies nach den Berechnungen des SGB teuer zu stehen. Grund dafür sei der Umverteilungsmechanismus der AHV: Wohlhabende zahlen deutlich mehr ein, als sie jemals beziehen werden. Ausserdem werden die Risiken bei der AHV gemeinschaftlich gedeckt, während sie bei der 3. Säule für die Versicherten individuell gerechnet werden.

Mit der Studie will der SGB Argumente für die Initiative für eine 13. AHV-Rente (AHVx13) liefern. Entsprechend sagt Chefökonom Lampart: «Die Ergebnisse bestärken uns in unserem Einsatz für die AHV.» Konkret fordert die SGB-Initiative, dass analog zum 13. Monatslohn pro Jahr eine zusätzliche Monatsrente ausbezahlt wird. Banken und Versicherungen wollen die Rentenlücken dagegen mit einem Ausbau der privaten Vorsorge schliessen.

Nebst dem Gewerkschaftsbund haben auch bürgerliche Lager Volksinitiativen zur Reform der Altersvorsorge lanciert. Die sogenannte Generationeninitiative fordert die Koppelung des Pensionierungsalters an die Lebenserwartung. Dies fordern auch die Jungfreisinnigen mit ihrer sogenannten Renteninitiative nebst einer schrittweisen Erhöhung des Rentenalters auf 66 Jahre.

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