Menstruation
Universität Genf verteilt Gratis-Tampons und Menstruationsbinden an Studierende

Als erste Schweizer Universität stellt die Uni-Genf Verteilautomaten mit Menstruationsartikeln auf. Begründet wird das 37'000 Franken teure Pilotprojekt auch mit der Coronakrise.

Drucken
Teilen
Binden und Tampons sollen das Budget der Studierenden nicht länger zusätzlich belasten: Uni Genf gibt Hygieneartikel gratis ab.

Binden und Tampons sollen das Budget der Studierenden nicht länger zusätzlich belasten: Uni Genf gibt Hygieneartikel gratis ab.

Keystone

Die Pandemie habe aufgezeigt, dass sich viele Studentinnen der Universität Genf in einer finanziell prekären Lage befänden, schreibt die Universität Genf am Dienstag in einer Mitteilung. So hätten viele mitten im Studium ihren Erwerb verloren. Im Rahmen eines Projekts zur Bekämpfung der sozialen Unsicherheit unter den Studierenden greift Genf nun eine Idee auf, die auch an anderen Schweizer Hochschulen seit längerem diskutiert wird: Die Universität stellt Studentinnen Binden und Tampons gratis zur Verfügung.

Für das Projekt würden rund 37'000 Franken aufgewendet, schreibt die Uni Genf. Beziehen können die Studentinnen die Produkte über Automaten, die auf dem Uni-Gelände aufgestellt werden. Vorerst ist die Abgabe auf ein Jahr befristet. «Der Zugang zu Menstruationsartikeln sollte ein Recht sein, das alle haben, und nicht ein Luxus», begründet Juliette Labarthe, Direktorin des für das Projekt zuständigen Dienstes Gleichheit und Diversität den Entscheid. Sie gibt zu bedenken, dass die Studierenden an der Uni Genf zu einem grossen Teil Personen ohne Einkommen seien.

In verschiedenen Schulen bereits Usus

Die Produkte werden an 16 Standorten verteilt. Die Hygieneprodukte sollen Bio-Standards entsprechen. Zusätzlich sollen 1000 Menstruations-Cups zu einem symbolischen Preis abgegeben werden, dies im Rahmen einer Sensibilisierungskampagne für wiederverwendbare Menstruationsprodukte. Mit dem Projekt wolle die Universität Genf auch Fragen wie die Besteuerung und die Toxizität von Menstruationsartikeln in der Schweiz thematisieren, heisst es in der Mitteilung.

Ähnliche Projekte laufen in den Kantonen Genf und Waadt an verschiedenen Schulen. In der Deutschschweiz hat der Kanon Zürich ab diesem Schuljahr mit der Abgabe von Menstruationsartikeln an Schülerinnen begonnen, dies ebenfalls im Rahmen eines Pilotprojekts. (wap)

Aktuelle Nachrichten