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Sicherheit im öffentlichen Verkehr: 2020 gab es 178 schwere Unfälle

Der Lockdown hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Unfallzahlen beim ÖV. Corona hat sogar für neue Gefahren gesorgt: Etwa eine erhöhte Sturzgefahr.

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Die schweren Unfälle im öffentlichen Verkehr haben im vergangenen Jahr leicht abgenommen. (Symbolbild)

Die schweren Unfälle im öffentlichen Verkehr haben im vergangenen Jahr leicht abgenommen. (Symbolbild)

Keystone

Im vergangenen Jahr gab es im öffentlichen Verkehr 178 schwere Unfälle. Dabei kamen 27 Menschen ums Leben, 122 wurden schwer verletzt. 14 der Todesopfer hatten sich auf Bahnanlagen aufgehalten, acht Personen starben bei Unfällen mit öV-Fahrzeugen, drei der Opfer waren Passagiere und auch zwei Angestellte von Transportunternehmen verloren ihr Leben. Das ist leicht weniger als noch im vergangenen Jahr, wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) am Donnerstag mitteilte. Suizide und Suizidversuche sind in dieser Zahl nicht mit eingerechnet – auch bei diesen ging die Gesamtzahl aber zurück.

«Die Unfallzahlen lagen im Schwankungsbereich der letzten Jahre», schreibt das BAV. Ohne den Lockdown und das damit verbundene geringere Passagieraufkommen wäre die Zahl wohl leicht höher gelegen, heisst es im Sicherheitsbericht. Sowieso: «Ein beträchtlicher Teil der Unfälle im öV ist indes unabhängig von der Anzahl der Personen in den öffentlichen Verkehrsmitteln.» Und es hätten sich gar neue Gefahren in der Pandemie ergeben: «Zum Beispiel erhöhte Sturzgefahr, weil sich Passagiere aus Angst vor Ansteckung nicht an Stangen oder Griffen festhielten», so das BAV.

Im Vergleich zum Individualverkehr sei der öffentliche Verkehr in der Schweiz weiterhin sehr sicher, heisst es im Bericht. Vor allem beim Eisenbahnverkehr sei die Sicherheit sehr gross. Im europäischen Vergleich schneide diesbezüglich einzig Grossbritannien besser ab, freut sich das BAV. «Der grösste Teil der Unfälle ereignete sich im Tram- sowie Auto- und Trolleybusverkehr», so der Sicherheitsbericht. Ursache der meisten Unfälle sei, dass andere Verkehrsteilnehmende Vorschriften im Strassenverkehr missachtet hatten. (mg)