Pandemie
Zertifikat: Kaum ein Restaurant nutzt es freiwillig

Die angekündigte Zertifikatspflicht wäre Neuland für die Gastronomie. Denn nur wenige Betriebe setzen heute darauf. Der Hauptgrund für den Verzicht ist aber nicht die Angst vor Umsatzeinbussen.

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Ein seltenes Bild hierzulande: Kaum ein Restaurant schränkt den Zugang nur für Geimpfte, Genese und Geteste ein. (Symbolbild)

Ein seltenes Bild hierzulande: Kaum ein Restaurant schränkt den Zugang nur für Geimpfte, Genese und Geteste ein. (Symbolbild)

Keystone

Kommenden Mittwoch dürfte der Bundesrat ernst machen und die Zertifikatspflicht ausweiten – etwa auf Restaurants. Dann käme nur noch rein, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Nun zeigt eine neue Umfrage von Gastrosuisse bei über 3000 Betrieben: Freiwillig setzt praktisch niemand auf das Zertifikat. 97 Prozent der Restaurants haben bislang auf einen Zugang nach dem 3G-Prinzip verzichtet, wie der Branchenverband am Sonntag mitteilte. Die freiwillige Zertifikatsprüfung im Gastgewerbe sei «praktisch inexistent».

Erstaunlich ist, dass der finanzielle Aspekt beim Verzicht auf das Zertifikat nur zweitrangig ist. So gibt nur jeder siebte Betrieb als Grund mögliche Umsatzeinbussen an. Mehr als 60 Prozent möchte ihre Gäste nicht unterschiedlich behandeln.

Anders beurteilen die Betriebe die Folgen einer ausgeweiteten Zertifikatspflicht. Mehr als die Hälfte geht von Umsatzeinbussen von mindestens 30 Prozent aus. Keinen Rückgang erwarten nur 13 Prozent.

Die Umfrage zeigt auch: Die Pandemie belastet weiterhin die Gastronomie. So lag der Umsatz im Juli und August rund 30 Prozent tiefer als vor der Coronakrise. Auf das ganze Jahr gerechnet fällt der Rückgang noch grösser aus – minus 50 Prozent. (rwa)

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