Pandemie
Wirksames Einreiseregime für Herbst: Ungeimpften droht Quarantäne

Im Hinblick auf die Herbstferien will der Bundesrat die Coronaregeln für die Einreise in die Schweiz verschärfen. Dadurch sollen Infizierte rasch identifiziert und isoliert werden. Der Bundesrat möchte auch Lehren ziehen aus den Sommerferien.

Reto Wattenhofer
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Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss bei der Einreise in die Schweiz schon bald einen negativen Coronatest vorweisen. (Symbolbild)

Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss bei der Einreise in die Schweiz schon bald einen negativen Coronatest vorweisen. (Symbolbild)

Keystone

Die Herbstferien stehen schon bald vor der Tür. Damit sich nicht wiederholt, was im Sommer vorab mit Reiserückkehrern aus Südosteuropa passiert ist, plant der Bundesrat ein schärferes Regime bei der Einreise in die Schweiz. Damals waren viele Ferienreisende in Spitälern gelandet – etliche auch auf der Intensivstation.

Der Bundesrat stellt zwei Varianten zur Debatte. Beiden ist gemein: Bei der Einreise müssen Nichtgenesene und Ungeimpfte einen negativen Test vorweisen – und zwar egal woher sie kommen, wie Gesundheitsminister Alain Berset vor den Medien in Bern ausführte. Keine Rolle spielt auch, ob jemand per Flugzeug, Auto oder zu Fuss einreist. Ausgenommen von der neuen Regel wären nur Grenzgängerinnen und Grenzgänger, Kinder unter 16 Jahren oder Transitpassagiere. Keine Einschränkungen gebe es dagegen für Geimpfte, betonte Berset.

Verzicht auf Quarantäneliste

Bei der ersten Variante schlägt der Bundesrat vor, dass die Personen nach vier bis maximal sieben Tagen in der Schweiz einen weiteren Test vorlegen müssen. Das Resultat muss dem Kanton übermittelt werden. Beide Tests sind kostenpflichtig. Noch weiter geht die Variante 2: Anstelle eines zweiten Tests müssten die Personen für zehn Tage in Quarantäne. Mit einem negativen Test nach sieben Tagen könnten sie diese aufheben.

Verzichten möchte der Bundesrat dagegen auf die Quarantäneliste des BAG. Die hochansteckende Delta-Variante habe dazu geführt, dass in vielen Ländern die Fallzahlen innert weniger Tage massiv gestiegen seien. «Diese Dynamik kann einer solchen Liste nicht erfasst werden», begründet der Bundesrat seinen Entscheid. Zudem biete der Verzicht auf die stetige Anpassung der Liste der Reisebranche eine gewisse Planbarkeit.

Nun können sich die Kantone zu den Vorschlägen äussern. Die Konsultation dauert bis am nächsten Dienstag. Entscheiden wird der Bundesrat voraussichtlich am Freitag in einer Woche. Das neue Regime würde dann ab dem 20. September gelten – also rechtzeitig vor den Herbstferien.

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