Pandemie
Task Force: Höhepunkt der Omikron-Welle wird wohl noch im Januar erreicht

Coronazahlen und Hospitalisierungen dürften laut Expertinnen des Bundes weiter ansteigen. Quarantäne und Isolation müssten angesichts der Situation überdacht werden.

Alice Guldimann
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Laut den Bundes-Expertinnen kommen schwierige Wochen auf die Schweiz zu.

Laut den Bundes-Expertinnen kommen schwierige Wochen auf die Schweiz zu.

Keystone

Die Omikron-Variante fegt derzeit mit einer hohen Geschwindigkeit durch die Schweiz. Laut Tanja Stadler, Präsidentin der wissenschaftlichen Covid-Task-Force des Bundes, wurden in der ersten Januarwoche 3,5 bis 5 Prozent der Bevölkerung mit der neuen Variante infiziert. Wie sie am Dienstag vor den Medien ausführte, gehen die Expertinnen davon aus, dass der Höhepunkt der aktuellen Welle noch im Januar erreicht wird.

«Wir müssen uns darauf gefasst machen, dass es an allen Ecken und Enden zu Ausfällen kommt», so Stadler weiter. Auch die Hospitalisierungen dürften zeitverzögert steigen. In der Woche mit der grössten Belastung könne es zu bis zu 300 zusätzlichen Einweisungen auf die Intensivstationen kommen, aber auch bei den normalen Betten könne es Engpässe geben. «Dies wird einen starken Druck auf Gesundheitssystem und Gesellschaft zur Folge haben.»

Verkürzte Fristen wären sinnvoll

Die aktuellen Entwicklungen geben auch auf wissenschaftlicher Ebene Anlass dazu, Quarantäne und Isolation zu überdenken. So ist die Inkubationszeit bei Omikron kürzer, zudem gebe es Hinweise darauf, dass Infektionen schneller ablaufen als bei der Delta-Variante. Aus wissenschaftlicher Sicht sei es daher sinnvoll, die Fristen zu verkürzen und die Quarantäne auf die Personen zu beschränken, die im gleichen Haushalt leben. Da bestehe die grösste Infektionsgefahr, so Stadler.

«Wir müssen hier über die Bücher gehen», sagte auch Marina Jamnicki, Kantonsärztin im Kanton Graubünden. In allen Branchen falle derzeit Personal aus, die Forderungen nach einer Verkürzung sei bestimmt berechtigt. Komplett auf die Quarantäne zu verzichten sei jedoch nicht angezeigt. «Es ist zu früh zu sagen, wie sich die Omikron-Welle bei uns auswirken wird», so Jamnicki. Auch bei den Tests müssen allenfalls die Prioritäten neu festgelegt werden, wenn die Kapazitäten an ihre Grenzen kommen, sagte Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit. «Wir evaluieren derzeit die Teststrategie.»

Die Covid-Task-Force geht davon aus, dass die Infektionen nach dem Höhepunkt im Januar im Februar wieder abflachen und zwei bis vier Wochen darauf unter 10'000 Fälle sinken werden. Die allermeisten Personen werden dann laut Tanja Stadler eine gewisse Grundimmunisierung haben. «In der noch nicht immunisierten Gruppe könnte es allerdings wieder zu einer kleineren Welle kommen.»

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