Pandemie
Bundes-Experten: Booster für jüngere Personen kommt Ende November

Die Auffrischimpfung soll Ende November auch für unter 65-Jährige zugelassen werden. Die Experten des Bundes betonen aber, dass für jüngere Personen der Booster nicht prioritär sei.

Dario Pollice
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Der Präsident der Impfkommission, Christoph Berger, kündigte die Ausweitung der Booster-Impfung für jüngere Personen auf Ende November an.

Der Präsident der Impfkommission, Christoph Berger, kündigte die Ausweitung der Booster-Impfung für jüngere Personen auf Ende November an.

Keystone

Christoph Berger, Präsident der Impfkommission (Ekif), hatte es bereits in der Sonntagspresse angedeutet: Schon bald sollen auch unter 65-Jährige eine Auffrischimpfung («Booster») erhalten. Am Dienstag konkretisierte Berger vor den Medien in Bern, wann mit einer Ausweitung auf jüngere Personen zu rechnen ist: «Die Empfehlung ist in Erarbeitung und folgt in wenigen Wochen». Auf Nachfrage präzisierte der Präsident der Ekif, dass die Empfehlung wohl «Ende November» rausgehe.

«Erste und höchste Priorität» sei es aber, dass über 65-Jährige zunächst die Booster-Impfung erhalten, so Berger. Denn bei Personen dieser Altersgruppe sinke der Impfschutz vor schweren Erkrankungen sechs Monate nach der zweiten Impfung von 95 auf etwa 80 Prozent ab. Bei den unter 65-Jährigen sei diese Abnahme bisher nicht nachgewiesen, sagte Berger weiter. Was bei den jüngeren Personen abnehme, sei der Schutz vor milden Infektionen. Deshalb könnten unter 65-Jährige auch ohne Weiteres «sechs, sieben oder acht Monate» nach der zweiten Impfdosis mit dem Booster zuwarten.

Zugleich betonte der Präsident der Ekif, dass der Booster nicht das Allheilmittel sei. «Die Auffrischimpfung kann nicht einfach die Lösung für die Pandemie sein.» Oberstes Ziel sei es weiterhin, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Dies werde gelingen, wenn die vulnerablen Personen geschützt sind und wenn so wenig Personen ungeimpft sind, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird.

Kantone ziehen durchzogene Bilanz zur Impfwoche

Michael Beer, Leiter der Impfoffensive, zog vor den Medien Bilanz über die nationale Impfwoche. Insgesamt seien etwa 35'000 Erstimpfungen verabreicht worden. Beer unterstrich aber: «Es gab keine quantitativen Ziele, wie viele Personen wir zusätzliche Personen impfen wollten, denn jede zusätzliche Impfung hilft, aus der Pandemie herauszukommen.» Zudem hat laut Beer die hohe Medienresonanz dazu geführt, dass das Thema Impfung bei der Zielgruppe der jungen Bevölkerung thematisiert wurde.

Aus Sicht der Kantone fiel die Impfwoche indes eher «durchzogen» aus, wie der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri sagte. «Die Impfwoche war kein Grosserfolg». Sie habe aber sicher dazu gedient, die Vorteile, Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung noch einmal breit zu kommunizieren.

Grundimmunisierung ist für Jüngere wichtiger als Booster

Hinsichtlich der Booster-Impfungen für jüngere Personen sagte Hauri, dass die Kantone bereit seien für eine «zügige, ordentliche Einführung der Auffrischimpfung». Allerdings seien die Kantonen aufgrund ihrer verschiedenen Bevölkerungsstärken mit den Vorbereitungen unterschiedlich weit. Es sei deshalb nicht zielführend, einen Wettbewerb der Kantone zu konstruieren.

Der Zuger Kantonsarzt betonte ebenfalls, dass jüngere Personen durch eine doppelte Impfung nach wie vor gut vor schweren Krankheitsverläufen geschützt seien. «Die Auffrischimpfung ist verglichen mit der Bedeutung der Grundimmunisierung untergeordnet», so Hauri. Der Booster alleine werde nicht zur Senkung der Virusaktivität führen. «Die Grundimmunisierung stellt den Pfeiler zur Einschränkung des Virus dar.»

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