Pandemie
Oberste Bildungsdirektorin: Quarantäne für Klassen soll fallen

Trotz steigender Coronafälle sieht die oberste Bildungsdirektorin keinen Handlungsbedarf an Schulen. Um lokale Ausbrüche zu eruieren, möchte Silvia Steiner stärker auf repetitive Tests setzen. Dann könnte auch die Quarantäne für Klassen aufgehoben werden.

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Die Zürcher Regierungspräsidentin steht der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren vor.

Die Zürcher Regierungspräsidentin steht der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren vor.

Keystone

Die Zahl der Coronafälle an Schulen explodiert. Experten, Lehrpersonen und auch viele Eltern fordern die Kantone zum Handeln auf. Die oberste Bildungsdirektorin der Schweiz sieht dennoch keinen Handlungsbedarf. Aktuell brauche es keine Verschärfungen, erklärte die Zürcher Regierungspräsidentin Silvia Steiner in einem am Freitag publizierten Interview mit dem «Blick». «Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.»

Die Präsidentin der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) verweist auf ihren eigenen Kanton. In Zürich sei das repetitive Testen hochgefahren worden, es gebe Schutzkonzepte, ein schuleigenes Contact Tracing und das Ausbruchstesten. Weil die Impfung für Kinder frühestens nächstes Jahr zur Verfügung stehe, müsse momentan der Fokus auf lokale Ausbrüche gelegt werden, so Steiner.

Eltern sind zurecht besorgt

Verständnis zeigt die EDK-Präsidentin für die Sorge der Eltern um die Gesundheit ihrer Kinder. «Aber Kinder können wir nicht einsperren.» Diese könnten überall mit dem Virus in Kontakt kommen – etwa beim Fussballspielen oder an einem Geburtstagsfest.

Steiner wehrt sich deshalb dagegen, Schulen strengere Vorgaben zu machen als etwa Erwachsenen im Freizeitbereich. Stattdessen möchte sie im Kanton Zürich mehr Schulen zum Testen bringen. Die Zürcher Regierungspräsidentin stellt dabei Erleichterungen in Aussicht. Bei einem positiven Pooltest soll nicht mehr die ganze Klasse in Quarantäne müssen. «Kinder und Schulen, die an repetitiven Tests teilnehmen, sollen grundsätzlich von der Quarantäne befreit sein.»

Diesen Vorschlag, den zuerst Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Impfkommission eingebracht hatte, begrüsste Steiner auch bereits früher auf Anfrage von CH Media. (rwa)

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