Pandemie
Lage bei Geschäftsmieten verschärft sich – Bundesrat wartet ab

Fast jeder dritte Betrieb in der Schweiz hat wegen der Coronakrise Mühe seine Miete zu begleichen. Das zeigt ein neuer Bericht. Trotzdem möchte der Bundesrat abwarten und die Situation weiter beobachten.

Merken
Drucken
Teilen
Geschäfte haben immer öfters Mühe, ihre Miete zu bezahlen. (Symbolbild)

Geschäfte haben immer öfters Mühe, ihre Miete zu bezahlen. (Symbolbild)

Severin Bigler

Die Pandemie traf Geschäfte und Betriebe teilweise hart. Sie mussten wegen behördlichen Anordnungen schliessen. Trotz der schwierigen Situation konnte sich das Parlament nicht dazu durchringen, einen Mieterlass für Corona gebeutelte Betriebe zu beschliessen. Auch der Bundesrat sah keinen Handlungsbedarf. Das bleibt vorerst wohl so.

Umstimmen konnte der Bundesrat auch der zweite Monitoringbericht nicht, den er am Mittwoch zur Kenntnis genommen hat. Dessen Ergebnisse lassen aufhorchen. Demnach hat sich der Anteil jener Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, ihre Miete zu begleichen, fast vervierfacht – und zwar von acht auf 30 Prozent, wie es in einer Mitteilung des Wirtschaftsdepartements heisst.

Vermieter und Mieter einigten sich nur selten

71 Prozent der Geschäftsmieterinnen und -mieter gaben gemäss der Umfrage an, im Coronajahr weniger Umsatz erzielt zu haben. Jeder dritte Betrieb meldet einen Einbruch von 21 bis 50 Prozent. 13 Prozent der Firmen verloren gar mehr als die Hälfte des Umsatzes. Die Betriebe suchten daraufhin auch das Gespräch mit dem Vermieter. Bei 29 Prozent der Mieter kam es zu einer Einigung, bei 16 Prozent wurde keine Lösung gefunden. Allerdings kam es in mehr als der Hälfte der befragten Betriebe zu gar keinen Gesprächen.

Obwohl sich die Coronapandemie positiv entwickle, bestünden bei den Geschäftsmieten Unsicherheiten, betont der Bundesrat. Er hat deshalb das Bundesamt für Wohnungswesen beauftragt, das Monitoring in diesem Bereich fortzuführen. (rwa)