Pandemie
Ferienrückkehrer, Partys, Familientreffen – das sind die Gründe für den Anstieg der Corona-Fallzahlen

Die Zahl der Ansteckungen und Spitaleintritte steigt weiter. Noch sei die Situation nicht beunruhigend, sagten die Corona-Experten des Bundes am Dienstag. Doch es brauche weitere Anstrengungen, um mehr Menschen von einer Impfung zu überzeugen.

Dario Pollice
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Nannte die Gründe für den Anstieg der Fallzahlen: der Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und -ärzte, Rudolf Hauri.

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Das Bundesamt für Gesundheit meldete am Dienstag 3150 neue Coronaansteckungen und 62 Spitaleintritte. Verantwortlich für den Anstieg der Fallzahlen seien unter anderem die Ferienrückkehrer, sagte der Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, Rudolf Hauri. Aber auch Familientreffen und Partys hätten Einfluss auf die steigenden Zahlen.

Hauri empfiehlt Ferienrückkehrern, sich dringend testen zu lassen. «Es zeichnet sich eine neue Welle ab – deren Bedeutung ist derzeit noch offen», so Hauri weiter. Dabei sei noch nicht klar, ob man bereits von einer vierten Welle oder einer Zwischenwelle sprechen kann.

Tanja Stadler stand in der Rolle als Taskforce-Präsidentin erstmals vor den Medien Red und Antwort.

Tanja Stadler stand in der Rolle als Taskforce-Präsidentin erstmals vor den Medien Red und Antwort.

Peter Klaunzer / KEYSTONE

«Momentan zirkuliert das Virus zu stark», sagte die Taskforce-Präsidentin Tanja Stadler vor den Medien in Bern. Sowohl die Neuansteckungen als auch die Hospitalisationen zeigten einen deutlichen Trend nach oben. «Leider geht die Entwicklung nicht in eine Richtung, wie wir sie gewünscht haben», ergänzte Patrick Mathys vom BAG:

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Derzeit würden Covid-Patienten rund elf Prozent der Intensivplätze in den Spitälern belegen. Diese Zahl habe sich seit Anfang Juli vervierfacht. Allerdings sei die gegenwärtige Situation in den Spitälern noch «unbedenklich», sagte Mathys.

Impfen: zusätzliche Überzeugungsarbeit

Sorge bereitet den Experten die nach wie vor tiefe Impfquote der Schweiz im Vergleich zu anderen westlichen Ländern. Gemäss Patrick Mathys braucht es nun zusätzliche Anstrengungen, um Unentschlossene und junge Menschen von einer Impfung zu überzeugen.

Tanja Stadler, welche erstmals als Taskforce-Präsidentin vor die Medien trat, fügte an:

«Die Delta-Variante ist so ansteckend, dass davon auszugehen ist, dass praktisch alle Nichtgeimpften mit der Zeit mit Sars-CoV-2 in Kontakt kommen werden.»

Keystone-SDA

Besserer Schutz für Kinder

Der Bundesrat hat kürzlich die Normalisierungsphase ausgerufen. Ziel dieser Phase ist laut Tanja Stadler eine Überlastung des Gesundheitssystem zu vermeiden, die Belastung für Kinder unter zwölf Jahren zu minimieren und jene zu schützen, die sich nicht impfen lassen können.

Die Taskforce-Präsidentin warnte entsprechend, dass auch Kinder unter zwölf Jahren sich mit dem Virus anstecken und Long-Covid entwickeln könnten. Es sei wichtig, sich schon jetzt zu überlegen, was bei allfälligen grossen Ausbrüchen in Schulen oder einer Überlastung des Gesundheitssystems getan werden soll. «Am besten setzen wir umgehend die Massnahmen um, die für Kinder wenig invasiv sind», so Stadler. Dazu gehörten etwa CO2-Sensoren, regelmässiges Testen sowie das Maskentragen ab einem gewissen Alter.

Taskforce-Chefin Tanja Stadler: «Auch Kinder können an Long-Covid erkranken.»

Keystone-SDA

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