Pandemie
Gesundheitsdirektoren sind für Ausweitung der Zertifikatspflicht

Der Bundesrat prüft eine Ausweitung der Zertifikatspflicht etwa für Restaurants und Fitnesscenter. Eine Mehrheit der kantonalen Gesundheitsdirektoren unterstützt dies.

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Beitrag: Detlev Munz

Einige europäische Ländern kennen sie bereits: die Zertifikatspflicht für Innenbereiche der Gastronomie, Museen, Fitnesscenter und weitere Bereiche des öffentlichen Lebens. Ob die Schweiz auch die Zertifikatspflicht für Geimpfte, Genesene und Getestete ausweitet, prüft derzeit der Bundesrat. Am Mittwoch hat er eine entsprechende Konsultation bei den Kantonen gestartet.

Auch wenn die Antworten der Kantone noch ausstehen, scheint bereits klar, dass zumindest ihre Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren eine Ausweitung begrüssen. «Es gibt eine sehr breite Unterstützung bei den Gesundheitsdirektoren für eine Ausweitung der Zertifikatspflicht», sagte Lukas Engelberger, oberster Gesundheitsdirektor, am Donnerstag vor den Medien. Zuvor gab es ein Treffen zwischen der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) und Innenminister Alain Berset.

Eine Mehrheit der Gesundheitsdirektorenkonferenz befürwortet die Ausweitung der Zertifikatspflicht, so der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger.

Eine Mehrheit der Gesundheitsdirektorenkonferenz befürwortet die Ausweitung der Zertifikatspflicht, so der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger.

Keystone

Falsche Angaben nach Ansteckung

Ziel der Ausweitung sei es, eine Überbelastung der Spitäler vorzubeugen, so Engelberger. «Sämtliche Alternativmassnahmen wären einschneidender und würden die Freiheiten der Geimpften beschränken». Es sei durchaus denkbar, dass einzelne Kantone bereits vorher eine Ausweitung der Zertifikatspflicht einführten. Allerdings, so Engelberger weiter, wäre es für die Durchsetzung einfacher, wenn die Regeln gesamtschweizerisch klar wären.

Der Basler Gesundheitsdirektor plädierte dafür, dass nun die nächste Stufe der Impfkampagne gezündet werden müsse. Er unterstrich aber auch:

«Das Impfen alleine wird uns nicht retten.»

Deshalb werde weiterhin in das Testen, Contact-Tracing und die Quarantäne investiert. Die Kantone haben laut Engelberger festgestellt, dass in der Bevölkerung die Disziplin nachlasse bezüglich den Auskünften an die Behörden nach einer Covid-Ansteckung. «Das geht nicht», sagte er.

Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri berichtete am Dienstag ebenfalls von falschen Angaben, welche die Rückverfolgung der Infizierten erschweren. Die Quarantäne sei zwar unangenehm für die betroffenen Personen, aber sie sei ein wichtiges Instrument in der Pandemiebekämpfung, so Engelberger. «Wir müssen das mit Härte und Disziplin durchführen.»

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