Pandemie
Trotz rasant steigender Fallzahlen: Spitaleinweisungen bleiben tief

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet über das Wochenende 63'647 neue Coronafälle. 233 Menschen mussten hospitalisiert werden. Steigt die Spitalbelegung nicht deutlich an, dürfte der Bundesrat am Mittwoch auf schärfere Massnahmen verzichten.

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Die Intensivstationen sind derzeit zu 73,2 Prozent ausgelastet. (Archiv)

Die Intensivstationen sind derzeit zu 73,2 Prozent ausgelastet. (Archiv)

Keystone

Dem Bund sind über das Wochenende 63'647 neue positive Coronatests aus der Schweiz und aus Liechtenstein gemeldet worden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mitteilte. Im Schnitt sind das täglich rund 21'216 Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche meldete das BAG von Freitag bis Montagmorgen 38'437 Neuansteckungen – also 12'812 neue Coronafälle pro Tag. Insgesamt wurden 221'693 Tests verzeichnet.

Omikron ist auch hierzulande auf dem Vormarsch. 56,3 Prozent der Fälle sind gemäss 7-Tage-Schnitt vom 31. Dezember bereits auf die hochansteckende Omikron-Variante zurückzuführen. Das spiegelt sich auch im rasanten Anstieg der Fallzahlen in den letzten Wochen wider. Bewegte sich der 7-Tage-Schnitt noch Anfang Dezember um die 9000 Fälle, hat er sich bis Jahresbeginn auf über 20'000 mehr als verdoppelt. Der absolute Rekordwert datiert von letztem Donnerstag mit 32’239 Fällen innerhalb von 24 Stunden.

Auch in nächster Zeit dürfte Omikron die Zahlen weiter in die Höhe treiben. Die Reproduktionszahl (R) bezifferte das BAG per 30. Dezember auf 1,40. Der Wert gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person unter den aktuellen Bedingungen im Durchschnitt ansteckt. Die Zahl wird jeweils rückblickend geschätzt und bildet die Infektionslage von vor rund zwei Wochen ab.

Hospitalisationen: 7-Tage-Schnitt sinkt

Trotz der hohen Fallzahlen bleibt die Zahl der Hospitalisationen stabil. Seit Freitag mussten im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung 233 Menschen ins Spital gebracht werden. Der 7-Tage-Schnitt bei den Spitaleinweisungen lag Anfang Dezember noch bei rund 120 und ist seither auf knapp 90 gesunken. Ins Auge sticht dagegen die Zahl der 48 Todesfälle, die in den letzten 24 Stunden gemeldet wurden.

Gesunken ist der Anteil an Betten, die Coronapatienten aktuell auf den Intensivstationen in der Schweiz belegen. Heute Montag betrug er 30,2 Prozent. Vor einer Woche lag er noch bei rund 36,2 Prozent. Gesamthaft sind die Intensivstationen in der Schweiz aktuell zu 73,2 Prozent ausgelastet.

Bundesrat schaut auf Spitalbelegung

Die Spitalbelegung ist auch die entscheidende Richtzahl für Coronamassnahmen. Mit Blick auf die erste Bundesratssitzung vom Mittwoch ist darum entscheidend, wie sich die Hospitalisationen infolge der Omi­kron-Welle verhalten. Dass die Fallzahlexplosionen bislang nicht durschlagen, erstaunt viele.

Sollte die Belegung der Intensivstationen auch in den nächsten Tagen stabil bleiben, dürfte der Bundesrat auf Verschärfungen wie Restaurant-Schliessungen verzichten, obwohl die Taskforce diese empfiehlt. Das erfuhr die «Schweiz am Wochenende» aus bundesratsnahen Kreisen.

Gerätselt wird derweil über die Statistik des BAG betreffend Spitaleinweisungen. Diese erfasst offenbar auch Patienten, die aus anderen Gründen, etwa einem Beinbruch, eingeliefert wurden – und erst im Spital positiv getestet werden. Im Kanton Genf war das bei jedem zweiten Patienten der Fall, wie gestern publik wurde. (rwa/pmü)

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