Omikron
Busbetrieb im Tessin wegen Quarantäne-Absenzen eingeschränkt

Ab dem 3. Januar verkehren die Busse im Raum Locarno auch unter der Woche nach dem Sonntagsfahrplan. Grund für die Ausdünnung des Angebotes sind Quarantäne-Absenzen wegen Omikron. Das dürfte die Diskussionen über die Quarantäne-Regeln befeuern.

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Die ÖV-Betreiberin Fart SA hat wegen Omikron zu wenig Busfahrer. Nun wird der Fahrplan ausgedünnt.

Die ÖV-Betreiberin Fart SA hat wegen Omikron zu wenig Busfahrer. Nun wird der Fahrplan ausgedünnt.

Keystone

Die Tessiner ÖV-Betreiberin Fart SA aus dem Raum Locarno reagiert auf die angespannte Corona-Situation. Bis auf Weiteres werde auf allen Strecken der Sonntagsfahrplan eingeführt, teilte die ÖV-Betreiberin am Donnerstag mit. Wegen positiver Coronatestresultate oder Quarantäneregeln fehle es im Busbetrieb an Personal. Mit dem Sonntagsverkehr soll sichergestellt werden, dass alle Verbindungen in der Region aufrechterhalten werden können.

Im Kanton Tessin wütet die Omikron-Variante besonders stark und zeigt, was der restlichen Schweiz noch drohen könnte. Denn das Tessin hatte über mehrere Wochen die tiefsten Inzidenzraten der Schweiz. «Doch nun nehmen die Fälle extrem schnell zu», sagte Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch vor den Medien. In den letzten zwei Wochen seien es etwa 95 Prozent gewesen. «Das ist definitiv Omikron, das wir jetzt im Tessin sehen.» Zwar seien die Zahlen in den anderen Kantonen «noch einigermassen stabil», Mathys glaubt jedoch, dass auch dort die Zahlen rasch steigen werden.

Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani hatte bereits am Weihnachtstag bekannt gegeben, dass Omikron die dominierende Variante des Coronavirus sei. Das Tessin verschärfte daher seine kantonalen Schutzmassnahmen: Nach einem Kontakt mit Infizierten müssen neu auch Geimpfte in Quarantäne – ausser sie hatten bereits den Booster.

Gewissen Branchen drohen wegen Quarantäne grosse Probleme

Das Tessin folgt damit der aktuellen Empfehlung des BAG. Dieses schlägt vor, dass jede Person – egal ob geimpft oder genesen – für zehn Tage in Quarantäne geht, wenn sie Kontakt hatte mit einer Omikron-infizierten Person. Doch genau wegen dieser Kontaktquarantäne und der Isolation drohen der Schweiz viele Arbeitsausfälle. «Steckt man aufgrund der massiven Verbreitung von Omikron die halbe Bevölkerung in die Quarantäne, kommt dies quasi einem Lockdown gleich und es kann in gewissen Branchen zu Problemen führen, weil Arbeitnehmende ausfallen», sagte der Zuger Kantonsrat Rudolf Hauri am Dienstag.

Falls sich wissenschaftlich tatsächlich erhärte, dass Omikron zu milderen Verläufen führe, müsse man die geltenden Quarantäne- und Isolationsregeln überdenken. «Als Ultima Ratio könnte man die Isolation für positive getestete Asymptomatische auf fünf oder sechs Tage verkürzen, allenfalls begleitet von Schutzmassnahmen», sagte der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri.

Bund prüft verschiedene Varianten

Das Ausland hat bereits reagiert. So lockerten etwa die USA und Grossbritannien ihre Regeln. Die amerikanischen Gesundheitspersonen halbierten die Isolationszeit für Infizierte auf fünf Tage, die britische Regierung kürzte sie auf sieben. Auch in der Schweiz laufen dazu Diskussionen, wie Mathys sagte. Dabei würden verschiedene Varianten auf dem Tisch liegen.

Bundesratssprecher André Simonazzi twitterte derweil am Donnerstag, dass sich der Bundesrat am Freitag an einer Telefonkonferenz austauschen werde. Sie diene dem Informationsaustausch zur aktuellen Lage, schreibt er. Im Anschluss an die Bundesratssitzung wolle man die Öffentlichkeit informieren.

Der «Blick» schreibt derweil am Donnerstag, es soll bei den Diskussionen unter anderem um eine Verkürzung der Isolations- und Quarantänedauer von zehn auf sieben Tage gehen. Zudem könnte bei der Quarantäne der Personenkreis stark eingeengt werden. Gemäss Blick dürften die Vorschläge voraussichtlich schon nächste Woche den Kantonen in die Konsultation gegeben werden. (wap/abi)

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