offener Brief
Betroffene fordern Forschungsfond für Therapien gegen Long Covid

Der Bundesrat soll einen Forschungsfond für Long Covid schaffen. Dies fordert ein Verein von Betroffenen. Mit dem Fonds soll die Entwicklung von wirksamen Medikamenten und Therapien gefördert werden.

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Die Folgen der Viruserkrankung verunmöglichen vielen Long Covid-Betroffenen eine normale Rückkehr ins Leben. (Symbolbild)

Die Folgen der Viruserkrankung verunmöglichen vielen Long Covid-Betroffenen eine normale Rückkehr ins Leben. (Symbolbild)

Keystone

Bislang haben sich in der Schweiz bereits über 2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie die wissenschaftliche Taskforce kürzlich geschätzt hat. Der Verein Long Covid Schweiz geht in einer Schätzung davon aus, dass 10 Prozent der Infizierten an andauernden Symptomen leiden. Das würde bedeuten, dass hierzulande über 200'000 Personen von Long Covid betroffen wären.

Nun wendet sich der Verein in einem offenen Brief an den Bundesrat. Dieser soll einen Forschungsfonds schaffen, der die Forschung, Entwicklung und Zulassung von vielversprechenden Medikamenten fördert, wie es darin heisst.

Die Erfolge der bisherigen Behandlungsansätze und Rehabilitations-Programme seien sehr bescheiden, moniert der Verein. Konkret vermissen die Betroffenen einen interdisziplinären Ansatz in der Behandlung, jede Abteilung schaue nur die Symptome ihres Bereichs an. «Dabei werden sie der Komplexität der Erkrankung nicht gerecht», heisst es.

Betroffene lassen sich aus Not im Ausland behandeln

Dabei bestünde durchaus Hoffnung. Gemäss Mitteilung haben Forschende und Pharmafirmen erste Erfolge in der Behandlung von Long Covid vermeldet. Zudem sei bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA bereits für zwei Medikamente der Zulassungsprozess eingeleitet worden. Doch die Kosten und Hürden für vergleichbare Studien an Schweizer Kliniken oder Bewilligungsanträge bei Swissmedic seien im hiesigen Markt zu gross. Hier soll der Forschungsfond Abhilfe verschaffen.

Weil es in der Schweiz an Zulassungen für Therapien und Medikamenten fehle, liessen sich manche Long Covid-Patienten in ihrer Not im Ausland behandeln. Dies sei für die Betroffenen nicht nur kostspielig, sondern könne auch gesundheitliche Risiken bergen, schreibt der Verein weiter. «Ohne Behandlungsoptionen, welche die Ursachen von Long Covid effektiv bekämpfen, bleiben diese Menschen chronisch krank und schwer eingeschränkt.» (dpo)

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