Öffentlicher Verkehr
Neuer Test: Kundinnen und Kunden der A-Welle bezahlen höchstens den Preis eines Monatsabos

Fairtiq und der Tarifverbund A-Welle testen erstmals das so genannte Monats-Capping: Überschreiten die Einzelfahrten den Preis des Monatsabos, wird automatisch dieses abgerechnet.

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Nutzer des öffentlichen Verkehrs können im Tarifverbund A-Welle neu vom Monats-Capping profitieren. (Symboldbild)

Nutzer des öffentlichen Verkehrs können im Tarifverbund A-Welle neu vom Monats-Capping profitieren. (Symboldbild)

Walter Schwager

Nutzer des öffentlichen Verkehrs (öV), die kein Abo haben, kennen es: Dank verschiedener Anbieter können sie Geld sparen, in dem sie sich in deren Apps bei Fahrten mit dem Zug, Bus oder Tram ein- respektive auschecken. Am Ende des Tages wird abgerechnet: Übersteigt der Gesamtpreis von mehreren Einzelfahrten den Tarif einer Tageskarte, wird automatisch die günstigere Tageskarte verrechnet. Diese automatische Deckelung eines Gesamtpreises im öffentlichen Verkehr nennt man Capping – und garantiert öV-Fahrern stets den günstigsten Preis.

Nun geht das E-Ticketing-Start-up Fairtiq einen Schritt weiter und testet zusammen mit dem Tarifverbund A-Welle erstmals ein sogenanntes Monats-Capping, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Tarifverbund umfasst den Kanton Aargau und Teile des Kantons Solothurn.

Neu wird Ende Monat abgerechnet

Auch beim Test bräuchten sich die Passagiere im Vorfeld keine Gedanken über die Nutzungshäufigkeit der verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittel zu machen: Die App verrechnet wie gewohnt den richtigen Einzelfahrpreis. Überschreitet die Person jedoch bis zum Ende des Kalendermonats den Preis des Monatsabos, dann wird nachträglich nur der günstigere Tarif fällig. Die Differenz wird in der App als Guthaben gutgeschrieben und danach vom verrechneten Betrag für die nächsten Reisen abgezogen.

Der Versuch startet im September und dauert bis Ende Februar. «Das Projekt ist einer von mehreren wichtigen Markttests, mit denen wir gerade Capping-Modelle und andere Pricing-Innovationen in der Praxis erproben», wird Fairtiq-Chef Gian-Mattia Schucan zitiert. «Home-Office und die Corona-bedingte Planungsunsicherheit rufen nach neuen Preismodellen im öV.» Im Verkehrsverbund Mittelhüringen (Deutschland) hat Fairtiq bereits ein Wochen-Capping im Einsatz. (abi)

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