Neuer Impfstoff
Nicht nur für Allergiker: Für Janssen braucht es kein ärztliches Attest

Der neue Impfstoff richtet sich explizit auch an Personen, die mRNA-Impfstoffe ablehnen. Um den Stoff zu bekommen, braucht es deshalb kein medizinisches Attest.

Peter Walthard
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Virginie Masserey erklärt: So kommt man an den neuen Impfstoff

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Personen, die sich wegen möglicher allergischer Reaktionen keine mRNA-Impfstoffe spritzen lassen können, wird eine ärztliche Abklärung empfohlen. Voraussetzung für den Erhalt einer Dosis des von der Schweiz neu dazugekauften Vektorimpfstoffs Janssen des Hersteller Johnson & Johnson ist diese jedoch nicht. Dies erklärte Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Bern. Über die Impfmöglichkeiten könne man sich ganz einfach auf den Webseiten der Kantone informieren.

Personen, die mRNA-Impfstoffe ablehnten, werde so eine Alternative geboten, erklärte Masserey. Christoph Berger von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass alternative Impfstoffe für Ungeimpfte ein Anlass sind, sich «die Sache noch einmal genau anzuschauen.» Eine Zielquote für die Durchimpfung der Bevölkerung wollte er nicht nennen. Eine Situation wie in Dänemark oder Schweden sei aber wünschenswert.

Ab wann ist die Impfquote hoch genug?

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Auch Novavax soll noch in diesem Jahr kommen

Wer sich nur mit einem Impfstoff herkömmlicher Technologie versorgen lassen will, muss weiter zuwarten, denn auch Janssen operiert mit der Produktion von Spike-Proteinen in körpereigenen Zellen. Abhilfe soll für diese Personen der Impfstoff Novavax bieten, für den die Schweiz ebenfalls einen Liefervertrag hat, der aber noch nicht zugelassen ist. Das BAG erwarte die Zulassung noch in diesem Jahr, sagte Masserey. Dennoch müsse die Impfkampagne den Rhythmus erhöhen. «Der Winter kommt, es geht schnell», sagte sie.

Diesen Personen empfiehlt das BAG den Impfstoff von Johnson & Johnson

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Die Vizepräsidentin der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte Linda Nartey warnte vor einer erneuten Überlastung der Intensivstationen im Winter. Derzeit habe sich die Lage auf hohem Niveau stabilisiert, ein plötzlicher starker Anstieg könnte das Gesundheitssystem aber überlasten.

Zuerst in Impfzentren, dann in Arztpraxen: Johnson & Johnson soll baldmöglichst verimpft werden

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