Man spricht deutsch: Bundesämter kümmern sich zu wenig um Sprachenvielfalt

Alle Sprachgemeinschaften müssen in der Bundesverwaltung angemessen vertreten sein. Das verlangt das Sprachengesetz. Die Realität sieht indes anders aus, wie eine neue Untersuchung zeigt.

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26 Kantone, vier Sprachen: Das Versprechen unter der Bundeshauskuppel wird in der Verwaltung nur bedingt eingelöst.

26 Kantone, vier Sprachen: Das Versprechen unter der Bundeshauskuppel wird in der Verwaltung nur bedingt eingelöst.

Bild: Keystone

(rwa) Ein Forscherteam des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA) hat untersucht, wie das Sprachengesetz von 2007 und die entsprechende Verordnung in der Praxis umgesetzt werden. Die am Dienstag publizierten Resultate lassen aufhorchen: 60 Prozent der Bundesangestellten arbeiten in einem Bundesamt oder in einer entsprechenden Verwaltungseinheit, in denen die Vorgaben zur Vertretung der sprachlichen Minderheiten nicht eingehalten werden.

Seit der Jahrtausendwende sei zwar die Überrepräsentation der Deutschsprachigen zurückgegangen, betonen die Studienautoren. Zwischen den einzelnen Bundesämtern bestünden aber grosse Unterschiede. In rund zwei Drittel aller Ämter sind die Deutschsprachigen deutlich übervertreten und die Angehörigen der Sprachminderheiten untervertreten. In diesen Ämtern arbeiten rund 20'000 Personen.

Die Forscher kommen deshalb zum Schluss, dass die Ziele zur Förderung der Mehrsprachigkeit in der Verwaltung noch nicht erreicht wurden. Hoffnungsvoll stimmt sie, dass die Ziele beim Bundespersonal und den Topkadern der Verwaltung breit akzeptiert seien.

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