Medizin
Blei im Boden kann Kindern schaden: Ärzte fordern eine Senkung des Grenzwertes

Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) fordern vom Bundesrat, dringend den Blei-Grenzwert in Böden zu senken. Es habe zu viel Blei im Boden, was gefährlich für die Gehirnentwicklung von Kindern sein könne.

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Der Boden von Spielplätzen könnte mit Blei kontaminiert sein. Nun fordern Ärzte die Senkung des Grenzwertes.

Der Boden von Spielplätzen könnte mit Blei kontaminiert sein. Nun fordern Ärzte die Senkung des Grenzwertes.

Bruno Kissling

(keg) Tausende Gärten, Spielplätze und Grünanlagen bei Kindergärten und Primarschulen seien massiv mit Blei verseucht, schreibt die AefU in einer Mitteilung vom Mittwoch. Darum müsse der Bundesrat handeln und den Bleigrenzwert in den Böden senken. Heute werden Böden erst ab tausend Milligramm Blei pro Kilogramm Erde saniert. Für die Gesundheit der Kinder sei dieser Blei-Grenzwert viel zu hoch, schreiben die Ärzte.

Sie fordern eine Senkung auf 83 Milligramm pro Kilogramm. Diese Blei-Grenzwerte seien in Schweden und Italien schon in Kraft. Das Bundesamt für Umwelt wolle den Grenzwert jedoch auf 300 Milligramm pro Kilo festlegen, heisst es in der Mitteilung weiter. Das sei rund vier Mal mehr, als die Toxikologinnen und Toxikologen empfehlen. «Der Grenzwert für Blei im Boden aber müsste eigentlich Null betragen», schreiben die Ärzte weiter. Denn selbst eine Limite von 83 Milligramm pro Kilo beeinträchtige die Gehirnentwicklung bei Kindern.