Medien
Schweiz bezüglich Pressefreiheit weiterhin gut unterwegs – Verband trotzdem «äusserst besorgt»

In der Schweiz steht es weiterhin gut um die Pressefreiheit, wie eine internationale Studie zeigt. In letzter Zeit haben sich aber die Angriffe auf Medienschaffende gehäuft.

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An Demos der Massnahmen-Gegner sei es wiederholt zu Übergriffen gegen Medienschaffende gekommen. (Symbolbild)

An Demos der Massnahmen-Gegner sei es wiederholt zu Übergriffen gegen Medienschaffende gekommen. (Symbolbild)

Keystone

(mg) Zuerst das Erfreuliche: In der Rangliste der «Pressefreiheit 2021» von Reporter ohne Grenzen (RSF) bleibt die Schweiz in den Top Ten. Zwar verliert das Land zwei Ränge und liegt neu auf Platz 10. Die Schweiz liege damit aber weiterhin in der «weissen» Zone der Weltrangliste, «die die Länder umfasst, in denen die Informationsfreiheit im internationalen Vergleich am besten geschützt ist», wie RSF Schweiz in einer Mitteilung schreibt. Solch eine «weisse Wertung» bekommen nur 7 Prozent aller untersuchten Länder. In 73 Prozent der 180 von RSF bewerteten Ländern werde der Journalismus ganz oder teilweise blockiert.

Der Schweizer Verband zeigt sich trotz dem erfreulichem Ergebnis aber «äusserst besorgt», wie er am Dienstag schreibt. Dies liegt an der Radikalisierung in der Coronapandemie. RSF Schweiz hat jüngst «einen starken Anstieg verbaler und manchmal auch physischer Angriffe auf Medienschaffende und Medien in der Schweiz» festgestellt. Es handle sich dabei «nicht um Kritik an der Arbeit von Medienschaffenden, sondern um Beleidigungen, Beschimpfungen, Pöbeleien und Drohungen.» Denis Masmejan, Generalsekretär von RSF Schweiz, ruft in einem Statement zur Mässigung in der öffentlichen Kritik auf: «Hassreden gegen die Medien bieten einen fruchtbaren Boden für solche Angriffe. RSF Schweiz erwartet von allen, dass sie die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten respektieren.»