Covid-Zertifikat
Gesundheitsdirektoren wollen, dass Bundesrat im Notfall schnell handelt

Vorerst kommen Frau und Herr Schweizer noch ohne Zertifikat in die Beiz, ins Fitness und ins Museum. Der Bundesrat könnte aber rasch handeln, sollte sich die Situation nicht bessern.

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Im Club braucht man bereits ein Covid-Zertifikat, damit man Zugang erhält.

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Keystone

Der Bundesrat hat entschieden, dass er noch nicht entscheidet. Dass die Ausweitung der Covid-Zertifikate aber eher aufgeschoben und nicht aufgehoben ist, sagte Bundesratssprecher André Simonazzi am Mittwoch vor den Medien: «Ich gehe davon aus, dass sich der Bundesrat am kommenden Mittwoch noch einmal damit befassen wird». Sollte sich die Lage verschlechtern, wäre der Bundesrat in der Lage «rasch» zu handeln, sagte Simonazzi. Bei seiner Lagebeurteilung am Mittwoch sei der Bundesrat aber zum Schluss gekommen, dass sich derzeit eher eine Stabilisierung bei den Fallzahlen einstelle.

Die Frage, ob die Kantone nun selber handeln können und die Zertifikatspflicht ausweiten könnten, verneinte Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit. Noch würden die entsprechenden Rechtsgrundlagen fehlen, um die vom Bundesrat angedachten Massnahmen komplett zu übernehmen, führte er aus. Mehrere Kantone hatten sich vom Bundesrat eine rasche Ausweitung gewünscht und dabei stets betont, dass eine bundesweite Lösung besser sei als ein kantonaler Flickenteppich.

Dass das bundesrätliche Zögern nicht im Sinne der kantonalen Gesundheitsdirektoren ist, lässt sich aus einer Stellungnahme der Konferenz der Gesundheitsdirektoren (GDK) herauslesen. «Wird die Massnahme erst ergriffen, wenn eine flächendeckende Überlastung der Intensivstationen bereits vorliegt, dann kommt sie zu spät», so die GDK. Deshalb solle der Bundesrat die Entwicklung in den kommenden Tagen «genau» beobachten und bei einer negativen Dynamik «sehr schnell» handeln. Eine Verschärfung der Massnahmen wirke sich immer erst mit Verzögerung auf die Infektionszahlen aus. (mg)

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