Massive Zunahme
Häusliche Gewalt: Berner Polizei muss über 1300 Mal eingreifen

Starker Anstieg: Die Polizei musste im Kanton Bern im vergangenen Jahr viel häufiger wegen häuslicher Gewalt ausrücken als 2019. Über 1300 polizeiliche Interventionen waren notwendig.

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Vor allem in der zweiten Jahreshälfte nahmen die Fälle von häuslicher Gewalt im Kanton Bern stark zu. (Symbolbild)

Vor allem in der zweiten Jahreshälfte nahmen die Fälle von häuslicher Gewalt im Kanton Bern stark zu. (Symbolbild)

Keystone

(abi) Die Zahl der polizeilichen Interventionen wegen häuslicher Gewalt ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 Prozent auf über 1300 angestiegen. Das teilte die Berner Sicherheitsdirektion am Freitag mit. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte registrierte die Polizei eine klare Steigerung.

Die Sicherheitsdirektion sieht verschiedene Gründe für den Anstieg: Einerseits ist da die für viele belastende Corona-Situation, andererseits hat wohl auch die stetige Sensibilisierung der Bevölkerung zum Anstieg beigetragen. Die Berner Behörden legen seit Jahren ein besonderes Gewicht auf die Verhinderung von häuslicher Gewalt.

In jedem fünften Fall Täter aus gemeinsamer Wohnung weggewiesen

Ausserdem hat die Polizei mit dem neuen Polizeigesetz neue Instrumente in der Bekämpfung von häuslicher Gewalt erhalten. «Seit Anfang 2020 kann die Täterschaft zum Schutz der Opfer neu 20 statt wie bisher 14 Tage aus der gemeinsamen Wohnung weggewiesen werden», schreibt die Sicherheitsdirektion. Damit hätten die Betroffenen von Gewalt mehr Zeit, um sich zu erholen, Hilfe zu suchen oder sich allenfalls neu zu organisieren.

Im vergangenen Jahr wurden die Täter in jedem fünften Fall aus der gemeinsamen Wohnung weggewiesen. Mehrheitlich seien dabei auch Kontakt- und Annäherungsverbote ausgesprochen worden. Noch offen ist aktuell die Zahl der im Bereich häusliche Gewalt registrierten Straftaten, wie es weiter heisst.

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