Lohngleichheit
25 Prozent Unterschied: Ärzte verdienen deutlich mehr als Ärztinnen

Ärztinnen und Ärzte haben 2019 ein Medianeinkommen von 162'000 Franken erzielt. Allerdings wird die Lohngleichheit deutlich verfehlt. Das Einkommen der Männer liegt im Schnitt ein Viertel höher.

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Bei medizinischen Tätigkeiten gibt es grosse Unterschiede zwischen den Geschlechtern. (Symbolbild)

Bei medizinischen Tätigkeiten gibt es grosse Unterschiede zwischen den Geschlechtern. (Symbolbild)

Keystone

Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) lassen aufhorchen. 2019 erzielten selbstständige Ärzte im Schnitt ein um 25 Prozent höheres Einkommen als Ärztinnen. Diese Differenz lasse sich nicht durch andere Merkmale als das Geschlecht erklären, betont das BFS in seiner Mitteilung vom Freitag. Die Statistiker rechneten alle übrigen einkommensrelevanten Faktoren raus. Dazu zählt etwa das Arbeitspensum, das Aufgabengebiet oder die Frage, ob jemand als Belegarzt tätig ist.

Grosse Unterschiede gibt es auch zwischen den Fachgebieten. Wer chirurgische Tätigkeiten ausführt, verdient mit einem Medianeinkommen von jährlich 266'000 Franken am meisten. Am anderen Ende stehen Psychiaterinnen und Psychiater, die auf 108'000 Franken kommen. Über alle Fachgebiete hinweg belief sich der jährliche Verdienst auf 162'000 Franken.

Positiv wirkt sich aus, wenn jemand direkt Medikamente abgibt. Dann steigt das Einkommen auf 207'000 Franken. Benachteiligt werden hier Ärztinnen und Ärzte in der Romandie und im Tessin, weil dort keine Praxisapotheken zugelassen sind. Finanziell lukrativ ist auch erwartungsgemäss eine andere Tätigkeit. Wer eine eigene Praxis besitzt und zusätzlich als Belegarzt tätig ist, erwirtschaftete 223'000 Franken – statt 152'000 Franken. (rwa)

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