Landwirtschaft
Schonfrist für Bauern: Bundesrat verschiebt Obligatorium für Schleppschlauch um zwei Jahre

Der Bundesrat will Bauern mehr Zeit für die Umsetzung der Schleppschlauchpflicht gewähren. Darum verschiebt er das Obligatorium um zwei Jahre auf 2024.

Dario Pollice
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Die Bauern müssen erst ab 2024 mit Schleppschlauch güllen statt wie ursprünglich vorgesehen ab 2022. (Symbolbild)

Die Bauern müssen erst ab 2024 mit Schleppschlauch güllen statt wie ursprünglich vorgesehen ab 2022. (Symbolbild)

Pius Amrein/CHM

Mit einem sogenannten Schleppschlauch können Landwirte die Gülle näher am Boden verteilen. So entstehen weniger umweltschädliche Ammoniakemissionen. Doch weil die Zahl der Betriebe, die einen Schleppschlauch einsetzen stagniert, setzt der Bundesrat auf ein Obligatorium. Ab 2022 soll dieses grundsätzlich für alle Bauern gelten. Der Nationalrat hat diesen Weg nach hitziger Debatte jüngst gutgeheissen.

Nun erhalten die Landwirte aber doch noch eine Schonfrist für die Umsetzung der Schleppschlauchpflicht. Der Bundesrat verschiebt diese um zwei Jahre auf den 1. Januar 2024. Dies geht aus dem landwirtschaftlichen Verordnungspaket 2021 hervor, welches der Bundesrat am Mittwoch verabschiedet hat.

Lange Lieferzeit für Geräte

Ein Teil der Branche und der Kantone habe bezüglich des Zeitpunktes der Umsetzung Bedenken gehabt. Diesen wolle die Landesregierung nun mit der Verschiebung des Obligatoriums besser Rechnung tragen, heisst es in der Mitteilung des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Die Landwirte hätten mehr Zeit für die Beschaffung von Geräten, da die Lieferzeiten derzeit lang seien. Die Sanktionen für die Lagerung von Hofdünger werden hingegen wie vorgesehen am 1. Januar 2022 in Kraft treten.

Der Schweizer Bauernverband zeigt sich in einer Stellungnahme erfreut über die Verschiebung. Die vielen Bestellungen für Schleppschlauchsysteme und der weltweite Rohstoffmangel führten zu langen Wartezeiten von bis zu 18 Monaten. Zudem sei für viele Betriebe noch unklar, welche Flächen von der Schleppschlauchpflicht betroffen seien, heisst es weiter. Nun müssten die Landwirte die Fristverschiebung nutzen, um das passende System für ihren Betrieb sowie mögliche Zusammenarbeitsformen zu finden.

Der Bundesrat hat am Mittwoch insgesamt 17 Verordnungen aus dem Bereich Landwirtschaft im verabschiedeten Paket geändert. So berechtigen künftig Flächen, auf denen Industriehanf angebaut wird, zu Direktzahlungen. CBD-Hanf bleibt laut Mitteilung von den Direktzahlungen weiterhin ausgeschlossen

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