Landwirtschaft
Zuckerbranche kann aufatmen: Parlament sagt Unterstützung zu

Weil die EU ihre Zuckerproduktion ausgebaut hat, unterstützt die Schweiz hiesige Rübenproduzenten finanziell. Nun hat das Parlament die Subventionen verlängert.

Reto Wattenhofer
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Zuckerrüben anbauen ist ökologisch eher bedenklich: Darum sollen Biobauern mehr Geld erhalten. (Symbolbild)

Zuckerrüben anbauen ist ökologisch eher bedenklich: Darum sollen Biobauern mehr Geld erhalten. (Symbolbild)

Keystone

2017 hat die Europäische Union die Zuckerproduktion liberalisiert. Seither ist sie von einer Nettoimporteurin zur Zucker-Exporteurin mutiert. Dadurch gerieten auch die Schweizer Rübenproduzenten unter Druck, der Preis für Zucker sank. Die Frankenstärke verschärfte die Situation zusätzlich. Ein Jahr später reagierte der Bundesrat. Er hob die Einzelkulturbeiträge pro Hektare von 300 auf 2100 Franken an. Die befristete Massnahme läuft dieses Jahr aus.

Wie soll es weitergehen? Das Parlament ist sich einig: Es braucht Massnahmen, um den Fortbestand der Schweizer Zuckerwirtschaft zu sichern. Der Nationalrat hat am Mittwoch die letzte Differenz zum Ständerat ausgeräumt. Nun muss die Gesetzesrevision noch die Schlussabstimmung überstehen – reine Formsache.

Im Kern umfasst das Projekt zwei Elemente: In Zukunft soll ein Mindestgrenzschutz von 70 Franken pro Tonne Zucker gelten. Nicht rütteln möchte das Parlament an den vorübergehend eingeführten 2100 Franken für alle Rübenproduzenten. Bei biologischer oder integrierter Produktion soll ein Zusatzbeitrag von 200 Franken pro Hektare und Jahr draufgeschlagen werden.

Massnahmen sind befristet

Das Parlament beschloss jedoch, den geltenden Beitrag auf fünf Jahre zu befristen. Danach müsse dieser neu verhandelt werden unter Einbezug der ökologischen Fortschritte, befand die Mehrheit. Auch der Mindestgrenzschutz gilt vorderhand bis 2026.

Beibehalten wird das Fördermodell. Die nationalrätliche Kommission wollte ursprünglich mit der Revision zugleich die Zuckerproduktion hierzulande ökologischer gestalten. Gerade der Anbau von Zuckerrüben sei im Hinblick auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln eher bedenklich, argumentierte sie. Die Bestrebungen scheiterten jedoch am bäuerlichen Widerstand.

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