Landwirtschaft
Bessere soziale Absicherung: Neue Kampagne soll Bäuerinnen stärken

Bäuerinnen, die für ihre Arbeit auf dem Hof nicht entlöhnt werden, sind finanziell nicht genügend abgesichert. Branchenverbände wollen nun auf das Problem aufmerksam machen und bieten Hilfe an.

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Frauen in der Landwirtschaft sollen künftig besser abgesichert werden. (Symbolbild)

Frauen in der Landwirtschaft sollen künftig besser abgesichert werden. (Symbolbild)

Keystone

Eine Bäuerin, die viele Jahre ihres Lebens ohne geregeltes Einkommen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ihres Partners gearbeitet hat, steht nach einer allfälligen Scheidung vor grossen finanziellen Schwierigkeiten. Denn wer keinen Lohn erhält, ist nur ungenügend sozial abgesichert. Diese Problematik wollen die Branchenverbände aus der Landwirtschaft nun mit einer neuen Kampagne angehen.

Wie der Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband, der Bauernverband sowie die AgrisanoGruppe und Prométerre in einer Mitteilung vom Dienstag schreiben, sind heute nach wie vor auf zahlreichen Betrieben die Entschädigung für die Mitarbeit auf dem Hof und die soziale Absicherung nicht geregelt. Weil 90 Prozent der Höfe von Männern übernommen werden, müsse daher insbesondere die Situation der Bäuerinnen verbessert werden.

Online-Check und Beratung für Bauernbetriebe

Um traurige Schicksale zu vermeiden, sei es zentral, dass sich Landwirte-Paare mit den finanziellen Fragen auseinandersetzten, schreiben die Verbände weiter. Hier soll die neue Kampagne ansetzen. Sie bietet unter dem Motto «Verantwortung wahrnehmen. Fürs Lebens rüsten» einen Online-Check an, der Versicherung, Vorsorge und Einkommensteilung umfasst. Am Schluss erhalten die Betriebsleitenden eine Analyse sowie ein Angebot für eine kostenlose Beratung.

«Es liegt an jeder und jedem, über seine Situation nachzudenken, eine Bestandsaufnahme zu machen, die Schwachstellen zu analysieren und geeignete Lösungen zu finden», wird Anne Challandes, Präsidentin des Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes, in der Mitteilung zitiert. Die Einkommensteilung mit einem Lohn erlaube es Bäuerinnen, ihre AHV/IV zu verbessern, eine zweite Säule aufzubauen und von der Mutterschaftsversicherung zu profitieren. Vorzusorgen solle für alle selbstverständlich werden, um böse Überraschungen zu vermeiden. (agl)

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