Landesausstellung
Expomacher wollen 2027 einen Bogen in die Zukunft schlagen

2027 soll in der Schweiz eine Landesausstellung stattfinden. Nun hat die Bewegung X27 ihre Idee vorgestellt: eine Vernetzung von bestehenden und neuen Initiativen aus der Zivilgesellschaft für eine zukunftsfähige Schweiz.

André Bissegger
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Die Bewegung X27 hat über ihre Ideen einer Landesausstellung informiert.

Die Bewegung X27 hat über ihre Ideen einer Landesausstellung informiert.

X27/Keystone/Severin Bigler

Die Landesausstellung 2027 soll ganz anders werden als alle bisherigen sechs Expos zuvor. Das ist das Ziel der Bewegung X27, die am Mittwoch ihre Ideen der Öffentlichkeit präsentiert hat. Die Bewegung will bestehende und neue Initiativen aus der Zivilgesellschaft, die sich für eine wirtschaftlich, sozial und ökologisch zukunftsfähige Schweiz engagieren, vernetzen und für die Schweizer Bevölkerung sichtbar machen. Auch soll die Bevölkerung motiviert werden, selber aktiv zu werden. «X27 versteht sich als offenes System und als Einladung zum Mitmachen», sagte Vera Aebi von X27 vor den Medien.

Die Bewegung nennt die Initiativen «Bogenprojekte», da sie einen Bogen in die Zukunft schlagen und über 2027 hinaus wirken sollen. «Die Zukunft der Schweiz hat bereits begonnen», sagte Niki Wiese. «Wir glauben daran, dass die Welt gestaltbar ist und jeder einen Teil dazu beitragen kann. Jede Handlung zählt.» Bereits heute kämen viele Zukunftsprojekte aus der Mitte der Gesellschaft. X27 will daher diese sogenannten «Zukunftsmacher» zusammen bringen und ihre Ansätze kollaborativ weiterentwickeln. «Wir nennen das neu Gestaltungsgesellschaft», sagte Wiese.

Bewegung als Labor für neue Arbeit

Die Bewegung selbst ist übrigens ebenfalls ein «Bogenprojekt». Sie ist konsequent bottom-up organisiert, mit ihr soll eines der weltweit grössten Pionierprojekte auf Basis der Organisationsform «Soziokratie 3.0» entstehen. «Wir sind selbst ein Experimentierfeld und Labor für neue Arbeit», fasste Katja Breitenmoser zusammen.

X27-Mitinitiant Peter Sauter erklärte derweil, dass sie nicht eine unbezahlbare Ausstellung planen würden. «Vielmehr rufen wir für 2027 das ‹Schweizer Jahr der Gestaltungsgesellschaft› aus», sagte er. «Wir setzen auf einen gemeinsamen Termin und kreieren ein Momentum, das auf die Gesellschaft überschwappen soll.»

Begegnungsräume in der ganzen Schweiz

Um die Projekte sichtbar zu machen, sollen sich regionale und oder thematische Netzwerke organisieren. Geplant sind «dezentrale und zentrale, digitale und physische Begegnungsräume» in der ganzen Schweiz. Die Macher sprechen dabei von «starken Begegnungsmomenten» und «spektakulären Experimentierräumen».

Ende Juni will X27, die mit Kosten von 850 Millionen Franken für die Landesausstellung rechnen, den Stand der Vorarbeiten der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) präsentieren. Ausserdem legt sie neben dem Aufbau der «Gemeinschaft von Zukunftsmachern» den Fokus auf die Konkretisierung Finanzierung ihrer Pläne. Läuft alles nach Plan, werden ab 2024 die Bogenprojekte soweit in Form gebracht, dass sie für die Bevölkerung erlebbar werden.

Die letzte Landesausstellung, die Expo.02, fand 2002 im Drei-Seen-Land statt. Neben X27 arbeiten momentan drei weitere Organisationen an einer Expo im Jahr 2027: Svizra27, Nexpo und Muntagna.