Kundgebung
«Marsch fürs Läbe» demonstriert in Zürich gegen Schwangerschaftsabbrüche – Polizei kesselt Gegendemonstranten ein

Am Samstag demonstrierten in Zürich Abtreibungsgegner unter dem Motto «Marsch fürs Läbe». Die Polizei stoppte eine Gruppe von Gegendemonstranten und führte Personenkontrollen durch. Alles in allem seien aber keine grösseren Zwischenfälle passiert, meldet die Stadtpolizei.

Drucken
Teilen
Der «Marsch fürs Läbe» startete dieses Jahr in Oerlikon.

Der «Marsch fürs Läbe» startete dieses Jahr in Oerlikon.

Keystone

Zum elften Mal riefen die Abtreibungsgegner am Samstag zur Demo in Zürich auf. Der «Marsch fürs Läbe» startete auf dem Marktplatz von Oerlikon. Darauf haben sich die Veranstalter mit der Polizei geeinigt. Das diesjährige Motto des Marsches lautet «Jung, schwanger, hilflos?», wie es auf der Website des Vereins heisst. Junge schwangere Frauen in einer Notsituation sollen «auf die Möglichkeiten einer Weiterführung ihrer Schwangerschaft zu aufmerksam gemacht werden». Der Verein kündigte auf seiner Website unter anderem die Teilnahme des Walliser Nationalrats Benjamin Roduit (Die Mitte) an.

Wie erwartet bleiben am Samstag auch die Gegendemonstrationen nicht aus. Wie Live-Bilder von «20min.ch» zeigen, kesselte die Stadtpolizei kurz nach 15 Uhr eine Gruppe von Personen ein, um zu verhindern, dass die beiden Demonstrationen aufeinandertreffen. Auf Twitter schrieb die Polizei, dass Personenkontrollen durchgeführt werden. Es kam zudem zu Verkehrsunterbrüchen im öV und die Demonstration der Abtreibungsgegner konnte erst mit Verspätung starten.

Nach 17 Uhr erreichte die Demonstration gemäss der Polizei wieder den Marktplatz in Oerlikon. Der Verkehr normalisiere sich, die Beamten blieben jedoch noch vor Ort, heisst es auf Twitter.

Die Sicherheitsbedenken vor der Demonstration am Samstag waren gross. Der Preis könne hoch sein, wenn eine Demonstration von aussen angegriffen werde, hiess es in einer Mitteilung des Stadtrates vom Juni, als es um die Bewilligung der Veranstaltung ging. So setzte die Polizei bei der letzten Durchführung des Marsches 2019 Wasserwerfer gegen Gegendemonstranten ein. Die Stadtpolizei setzte alles daran, den Umzug zu schützen, dennoch sei das Risiko für Teilnehmende, Passanten und Polizeiangehörige hoch gewesen. Am frühen Abend meldete die Stadtpolizei dann in einer Mitteilung, dass die Demonstration ohne grössere Zwischenfälle verlaufen sei.

CH Media Video Unit

Der Demonstration ging zudem ein längeres politisches Hin und Her voraus: Wegen der Gefahr durch Gegendemonstrationen oder Angriffe hatte die Stadtzürcher Regierung ein entsprechendes Gesuch des Vereins zunächst abgelehnt und nur eine stehende Kundgebung bewilligt. Die «Marsch fürs Läbe»-Organisatoren beschwerten sich jedoch beim Statthalter, der ihnen recht gab und festlegte, dass auch ein Umzug möglich sein soll. Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart legte dem Verein anschliessend zwei verschiedene Demonstrationsrouten vor. (agl)

Aktuelle Nachrichten