Krankenkassen
CSS-Chefin: «Ohne Reformen wird es nicht gelingen, die Kosten nachhaltig zu dämpfen»

Die Krankenkassenprämien sinken nächstes Jahr im Schnitt um 0,2 Prozent. CSS-Chefin Philomena Colatrella plädiert indes für weitere Reformen, um die Gesundheitskosten weiter zu senken.

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Philomena Colatrella (53) leitet seit 2016 die CSS als Konzernchefin.

Philomena Colatrella (53) leitet seit 2016 die CSS als Konzernchefin.

Keystone

Gesundheitsminister Alain Berset hatte für einmal Positives zu verkünden am Dienstag: im Schweizer Mittel sinken die Prämien der Grundversicherung nächstes Jahr um 0,2 Prozent. Es ist die erste Prämiensenkung seit 2008. Wie sich die Prämien über 2022 hinaus entwickeln werden, hängt laut CSS-Chefin Philomena Colatrella indes davon ab, wie viele Leistungen in Anspruch genommen werden. Derzeit sei nicht zu beobachten, dass die Nachfrage nach Behandlungen abnehme. «Ohne Reformen wird es nicht gelingen, die Kosten nachhaltig zu dämpfen», sagt sie zum «Blick» am Mittwoch.

Nach Ansicht von Colatrella muss das Spitalsystem in der Schweiz noch effizienter werden, es brauche vermehrt ambulante Eingriffe statt stationäre. «Dann braucht es eine Weiterentwicklung der integrierten Versorgung und zeitgemässe Tarifstrukturen wie den neuen Arzttarif Tardoc», sagt die Konzernchefin des grössten Schweizer Grundversicherers.

Die CSS wird gemäss eigenen Angaben die Durchschnitssprämie nächstes Jahr um 1,1 Prozent senken. Zudem will der Versicherer im Rahmen des Reserveabbaus . 90 Millionen Franken an ihre Versicherten zurück zahlen, so Colatrella. (dpo)

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