Kommunikation
Like oder Dislike? Bundesrat verstärkt Auftritt auf sozialen Medien

Immer öfter informieren sich Menschen auf den sozialen Medien über Politik. Diesem Wandel trägt nun auch der Bundesrat Rechnung. Ab nächstem Jahr testet er einen eigenen Instagram-Account.

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Ist das schon der erste Like für den Bundesrat? Sicher ist: Die Landesregierung testet die neue Plattform ab nächstem Jahr.

Ist das schon der erste Like für den Bundesrat? Sicher ist: Die Landesregierung testet die neue Plattform ab nächstem Jahr.

Keystone

Alain Berset macht es bereits vor. Auf Instagram folgen dem Gesundheitsminister über 113'000 Menschen. Nun soll auch der Gesamtbundesrat einen Account auf der Social-Media-Plattform erhalten. Der Startschuss erfolgt nächstes Jahr – allerdings nur «im Rahmen eines Pilotversuchs», wie die Bundeskanzlei in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

Worum geht es? Der Bundesrat hat eine Strategie für die sozialen Medien skizziert. Ziel ist es, Bevölkerungsteile über wichtige Entscheide der Regierung zu informieren, die auf anderen Kanälen kaum erreicht werden können. Dies soll sachlich geschehen. Zudem möchte der Bundesrat das Potenzial audiovisueller Formate nutzen, um komplexe Geschäfte zugänglicher zu machen.

Am Mittwoch hat der Bundesrat nun beschlossen, in der Bundeskanzlei ein audiovisuelles Zentrum einzurichten, das Dienstleistungen für die Regierung und die Departement erbringt. Dort sollen wichtige politische Geschäfte für den Einsatz in den sozialen Medien aufbereitet werden. Dafür sind insgesamt zehn Stellen notwendig.

Der Bundesrat begründet den Schritt auch damit, dass die Bedrohung durch Beeinflussung und Desinformation zunehme. Wenn politische Geschäfte auch in den sozialen Medien verfügbar seien, könne das zu einer sachlichen Debatte beitragen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Bereits präsent ist der Bundesrat auf YouTube und Twitter. Neu soll nun auch Instagram dazukommen. Für Themen mit internationaler Ausstrahlung möchte er zudem ein Twitterkonto eröffnen, dessen Inhalte in englischer Sprache gehalten sind. Noch nicht entschieden ist, ob der Bundesrat auf weitere Plattformen wie TikTok setzt. Geklärt werden muss auch noch die Frage, wie der Bundesrat mit Kommentaren unter seinen Beiträgen umgeht. (rwa)