Klimawandel
Die Schweiz verfehlt ihr CO2-Ziel: Damit steigen für Hausbesitzer und Mieter die Kosten

Die CO2-Emissionen aus Brennstoffen wie Heizöl oder Erdgas sind 2020 kaum gesunken. Weil die Schweiz damit ihr CO2-Ziel nicht erreicht, steigt die CO2-Abgabe um 25 Prozent. Das hat Auswirkungen.

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Die CO2-Abgabe auf Heizöl wird ab nächstem Jahr teurer. (Symbolbild)

Die CO2-Abgabe auf Heizöl wird ab nächstem Jahr teurer. (Symbolbild)

Keystone

Die Abgabe wird seit 2008 auf fossilen Brennstoffen wie Heizöl oder Erdgas erhoben. Sie wird automatisch erhöht, wenn die festgelegten Zwischenziele für die CO2-Emissionen aus Brennstoffen nicht erreicht werden. Nun ist klar: Die Ziele für 2020 hat die Schweiz nicht erreicht. Die CO2-Emissionen hätten gegenüber 1990 um 33 Prozent verringert werden müssen. Das Minus liegt aber bei 31 Prozent.

Das geht aus der CO2-Statistik hervor, die das Bundesamt für Umwelt (Bafu) am Mittwoch veröffentlichte. Letztes Jahr verharrten die Ausstösse fast auf demselben Niveau wie 2019. Keinen Effekt zeigten die Massnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie – wie dies in anderen Bereichen wie Verkehr der Fall gewesen war.

Ab nächstem Jahr wird deshalb die CO2-Abgabe automatisch von 96 auf 120 Franken pro Tonne CO2 erhöht, das ist ein Plus von 25 Prozent. Gemäss Bafu handelt es sich um die letzte Erhöhung, die unter dem geltenden Gesetz möglich ist. Zwei Drittel der Abgabe werden an die Bevölkerung und die Wirtschaft zurückverteilt. 2021 erhält jede in der Schweiz lebende Person 87 Franken.

Der Brennstoffhändler-Verband Swissoil zeigt sich in einer Mitteilung verärgert über die Erhöhung. Diese sei zwar «formaljuristisch korrekt», aber politisch «höchst unsensibel». Denn damit werde der Volkswillen nach dem Nein zum CO2-Gesetz missachtet. Während sich der Verband nichts gegen die aktuelle Erhöhung tun kann, kündigt er bereits jetzt an, sich gegen allfällige weitere Erhöhungsschritte zu wehren. (rwa/agl)