Klimastreik
Klimajugend demonstrierte in der ganzen Schweiz – 180 Personen in Bern verzeigt

Im Rahmen eines weltweiten Aktionstags veranstalteten Klimaaktivisten am Freitag in der ganzen Schweiz Protestaktionen. Sowohl in Bern als auch in Zürich hat die Polizei mehrere Personen angezeigt.

Peter Walthard, Dario Pollice
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Mit Sitzstreiks für den Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft: Demonstration in Bern. (Symbolbild)

Mit Sitzstreiks für den Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft: Demonstration in Bern. (Symbolbild)

Klimastreik Schweiz

Unter dem Motto «No more empty promises» haben Aktivisten der Klimabewegung am Freitag in der ganzen Welt auf ihre Forderungen für netto null Emissionen bis 2030 aufmerksam gemacht. So auch in der Schweiz: In Bern besetzten sie um 12 Uhr den Waisenhausplatz, wie Klimastreik Schweiz über Instagram meldete. Weil sich dabei mehr als 15 Personen versammelten, habe die Polizei Demonstranten weggewiesen und Personenkontrollen durchgeführt.

Nach Angaben der Berner Kantonspolizei wurden dabei rund 200 Personen kontrolliert. Etwa 180 davon seien im Nachgang der Demonstration angezeigt worden, darunter auch die Organisatoren.

Auch in Zürich ist es zu drei Sitzstreiks gekommen, dies obwohl die Stadt eine Bewilligung verweigert hat. Hintergrund ist ein Streit um die Beschränkung von Kundgebungen auf 15 Personen. «Der Klimastreik betrachtet dies nicht als Option um den Sitzstreik durchzuführen und hat beschlossen den Streik, auch wenn es zu keiner Bewilligung kommt, durchzuführen». Dies hatte Klimastreik Zürich am Donnerstag in einem offenen Brief angekündigt. Die Polizei liess die Demonstrierenden vorerst gewähren:

Schliesslich haben die Beamten der Stadtpolizei Zürich laut eigenen Aussagen die Teilnehmenden aufgefordert, sich zu entfernen. Personen, die dieser Aufforderung nicht nachkamen, wurden kontrolliert, weggewiesen und im Nachgang verzeigt, wie die Stadtpolizei am Freitagabend mitteilte. Drei Personen seien für weitere Abklärungen vorübergehend in eine Polizeiwache gebracht worden. Die Polizei schätzt, dass an den drei Streiks insgesamt über 200 Personen sich versammelt hätten.

Vor der Demonstration veröffentlichte Klimastreik Zürich am Freitag auf Twitter Instruktionen für den Umgang mit Polizeimassnahmen. Darin wird unter anderem davon abgeraten, mit der Polizei zu sprechen:

Insgesamt haben laut Klimastreik Schweiz am Freitag Demonstrationen in 20 Regionen stattgefunden, darunter in Aarau, Baden, Basel, Bellinzona, Bremgarten, Burgdorf, Fribourg, Luzern, Neuchâtel, La Chaux-de-Fonds, Olten, Ostermundigen, Rapperswil, Solothurn, St.Gallen, Thun, Vaduz und Winterthur.

Mit den Sitzstreiks wollen die Aktivisten auf den sogenannten Klima-Aktionsplan aufmerksam machen. Dieser fordert einen radikalen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft, um die Treibhausgasemissionen bis 2030 auf netto Null zu senden.