Kinderschutz
Trotz Coronakrise verzeichnen Behörden nicht mehr KESB-Fälle

Die Pandemie hat sich bislang nicht in einer Zunahme von KESB-Fällen niedergeschlagen. Das zeigen neue Zahlen der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz. Die Situation war dennoch schwierig.

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Blick in ein Wartezimmer der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) in Zürich.

Blick in ein Wartezimmer der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) in Zürich.

Keystone

Die Pandemie hat vulnerable Personen zusätzlich belastet. Erschwert wurde den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) auch der Zugang zu betroffenen Menschen. Dennoch hätten sich die Fallzahlen im letzten Jahr «unauffällig» entwickelt, konstatiert die Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kokes) in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Im Kindesschutz nahm die Zahl der Fälle um 1,8 Prozent zu, was der langjährigen Entwicklung entspricht. Konkret bestand Ende 2020 für 43'494 Kinder eine KESB-Schutzmassnahme – also für jedes knapp 36. Kind hierzulande. Gemäss der Konferenz stellten sich während der Pandemie besonders viele Fragen zur Ausübung des Besuchsrechts.

Wer entscheidet über die Impfung?

Bei Erwachsenen galt letztes Jahr für 98'120 Personen eine KESB-Schutzmassnahme. Das ist ein Plus von 1,3 Prozent. In vier von fünf Fällen geht es um Vertretungsbeistandschaften. Dabei wird die hilfsbedürftige Person nach Möglichkeit zum selbstständigen Handeln befähigt – etwa wie sie ein Budget erstellen oder die Miete zahlen kann. Ein häufiges Thema sei während der Coronakrise gewesen, wer im Falle dieser Menschen die Zustimmung zur Impfung erteilt. Die Kokes empfiehlt, dass die hilfsbedürftige Person selber entscheidet.

Die Pandemie hat gemäss Kokes gezeigt, dass gerade in Krisenzeiten eine gute Betreuung von zentraler Bedeutung ist. Die Beistandschaften hätten jedoch vielerorts Arbeitsbedingungen, die nur ein Minimum an Betreuung zuliessen, kritisiert die Konferenz in der Mitteilung. Dies gehe zu Lasten der hilfsbedürftigen Menschen. Die Kokes empfiehlt deshalb die Stärkung der vorgelagerten Dienste sowie interne Neuorganisationen. (rwa)

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